Egregantius

Tag: Wahrnehmung

Perhorreszierende Perzeptionen (XVI)

[1] Sie fanden etwas an ihm, weil er ihnen sagte, was allen fehlte.

[2] Beschränkt ist in meinen Augen, wer sich den Grundsatz ‚Es kann nicht wahr sein, was nicht wahr sein darf‘ aneignet und davon ausgehend sein vorgefertigtes Weltbild reinzuhalten sucht.

[3] Religion ist für Viele auch nur der Glaube an das Nächstbeste.

[4] Es bleibt einem nichts anderes übrig, als sich das selbst denkend zu erarbeiten, was einen betreffen könnte. Dann macht es vielleicht sogar betroffen.

[5] Es ist fatal, die eigene Großmannssucht für ein besseres Bewusstsein zu halten.

[6] Am drängendsten ist wohl eher der Untatverdacht.

[7] Zitate in der Sekundärliteratur: nicht selten verdorbene Lesefrüchte.

[8] Klimawandel: Der Schnee von gestern wird urplötzlich zum heißen Eisen.

[9] Ein Gedanke, der sich lohnt, ist selten ein Gedanke, der sich auszahlt.
(Gedanken, die sich ausgezahlt haben, sind überbewertet.)

[10] Während der Bildungshunger zu keinem Zeitpunkt sättigt, vermittelt ein wohliger dogmatischer Schlummer den Anschein, bereits satt zu sein.

Perhorreszierende Perzeptionen (I)

[1] Was sich überhaupt sagen lässt, ist nur schwer zu sagen.

[2] Die einen leben ihr Leben, andere führen ein Geistesleben.

[3] Wo kein Wille ist, gibt es nur ein auswegloses Ausharren.

[4] Zuerst kommt das Einsehen von Einsichten. Danach erst wird Einblick gewährt.

[5] Manche geben vor, das Ganze im Blick zu haben. Andere denken sich dazu ihren Teil.

[6] Die evolutionäre Entwicklung hat uns schließlich zu formvollendeten Konsumenten gemacht.

[7] Wer glaubt, was er denkt, glaubt auch nur, dass er denkt.

[8] Neoliberalismus: Alle verbrauchen sich, bis sie restlos aufgebraucht sind und entsorgt werden müssen.

[9] Wer konkrete Probleme hat, wird immer wieder gerne zum eigentlichen Problem erklärt.

[10] Was früher noch perzipiert wurde, wird heute massenweise konsumiert.