Egregantius

Tag: Tun

Perhorreszierende Perzeptionen (XIV)

[1] Jedem Anfang wohnt etwas Anfänglicheres inne, das sich zwangsläufig verfängt.

[2] Sollte man sich veraufgaben?

[3] In den kleinsten Taten liegt oft genug das größte Vertun.

[4] Wir haben genug gesehen. Das ist mithin ein Grund, warum wir uns nichts mehr ausmalen müssen.

[5] Das eigene Wohlergehen ist nur für denjenigen von Interesse, der nicht vom Weg abkommen, also auf der Strecke bleiben will.

[6] Wer vorausgehen will, muss wissen, was ihn alles angehen kann.

[7] Ein in die Tat umgesetzter Gedanke kann möglicherweise etwas ausrichten, doch was kann ein ausbleibender Gedanke alles anrichten?

[8] Nur der Aphorismus kann noch den Sand am Meer mit dem Mikroplastik in den Ozeanen aufwiegen.

[9] Was die Frage der Schätzung des Weisen in einer Gemeinschaft oder Gesellschaft angeht, waren sich die Weisen immer schon erstaunlich einig.

[10] Immer wieder die bange Frage: Wer hat mir noch etwas zu sagen, im Sinne von: Wer hat mir überhaupt noch etwas mitzugeben, was ich mir nicht schon selbst gedacht habe?

Perhorreszierende Perzeptionen (IV)

[1] Das Gute wird immer erwartet, darum wird es manchmal sogar getan.

[2] Unter Umständen bereitet unsere Umstandslosigkeit die größten Umstände.

[3] Verwertung der Werte: So weit sind wir tatsächlich gekommen.

[4] Beim besten Willen stellt sich immer auch die Frage nach dem Worumwillen.

[5] Wir üben uns in falscher Bescheidenheit. Darum wird das trostlose Sittengemälde unserer Zeit eines Tages auch nur ein mühelos erzeugtes Selfie von uns sein.

[6] Der Deutsche applaudiert kaum jemals, weil er aus Spaß an der Freude applaudieren will, sondern weil er zu applaudieren hat.

[7] Was alle längst verstanden haben wollen, soll einer mal verstehen!

[8] Diskurse werden geführt, damit die Kultur eines Landes einmal mehr bedenkenlos herabgewürdigt werden kann.

[9] In voller Blüte stehen diejenigen, die genau wissen, was ihnen blüht.

[10] Die Wahrheit hat keinen Wert. Ob sie sich durchsetzt oder nicht, spielt indes keine Rolle.

Perhorreszierende Perzeptionen (III)

[1] Wenn man sich etwas zu Gemüte führt, sollte es auch mal ungemütlich werden dürfen.

[2] „Sozial ist, was Muße schafft.“ (Pereant qui ante nos nostra dixerunt.)

[3] Wer es sich in einer Philosophie bequem macht, wird sie verfehlen.

[4] Es steht zu vermuten, dass manche nur aus bequemlicher Unwissenheit unbequeme Wahrheiten vermuten wollen, um aus eitler Schwatzsucht unmaßgebliche Mutmaßungen anstellen zu können.

[5] Wer das eigenmächtige Denken wagt, wird nicht unverschont bleiben.

[6] Die Sorge des Philosophen ist mit, während und nach Erledigung seiner Besorgungen da.

[7] Ein kultivierter Mensch braucht andere zu seiner Unterhaltung nicht, weil er durch sich selbst zum Ereignis seines Lebens wird und damit bereits ein spannendes und spannungsreiches Leben hat.

[8] Wie kommt man eigentlich dazu, Mensch zu sein? Warum ist man gerade Mensch geworden und konnte im Hier und Jetzt nichts anderes werden?

[9] Wer versteht schon sein Verstehen? Nur die Unverständigen haben ihr Selbstverständnis.

[10] Wo alles längst vertan wurde, gibt es kein Vertun mehr.

Garantierte Expektorationen (VIII)

[1] Ich denke, also wird nicht an mich gedacht.

[2] Wenn es um Geschwätz geht, fehlen mir die Worte.

[3] Wer nicht weiß, was zu tun ist, übt sich gerne im Getue.

[4] Die richtigen Worte wurden wohl von Ausdrucksweisen zur Welt gebracht.

[5] Viele von uns werden zu spät gefragt sein.

[6] Ein guter Philosoph ist zwar immer ratlos, aber er weiß seine Ratlosigkeit sehr genau zu umreißen.

[7] Der ist wie geschaffen zum Kulturschaffenden, wer von der Unkultur der Zeit geschafft ist.

[8] Wer sich nicht sammelt, wird sich nur zerstreuen wollen, kann also niemals fündig werden.

[9] Das Herz wird einen irgendwann noch entzwei schlagen.

[10] Die Angst nahm mir alle meine Ängste, um sich ganz auf mich einlassen zu können.