Egregantius

Tag: Sinn

Perhorreszierende Perzeptionen (XV)

[1] So mancher ist auch nur seines Schmiedes Versatzstück.

[2] Wenn ein Wissenschaftler auf der Stelle tritt, gibt es Schweißfußnoten.

[3] Der Mensch neigt dazu, die Welt in Unordnung zu bringen, damit er sich einmal mehr dazu aufraffen kann, eine gewisse Ordnung wiederherzustellen.

[4] Wir bemühen uns ständig darum, uns zu versinnbildlichen, weil wir uns nicht eingestehen wollen, dass die Sinnlosigkeit unser Schicksal ist. Der Mensch kann sich gerade einmal abbilden lassen. Das ist so ziemlich das einzige, wozu er befähigt ist.

[5] Ich tue etwas, wovon ich überzeugt bin. Ich tue also idealerweise nichts.

[6] Was früher vielleicht gelesen wurde, wird heute unter Umständen noch aufgelesen und kurz überflogen, um so schnell wie möglich vergessen oder in irgendeiner Weise weiterverbreitet zu werden.

[7] Kapitales Unvermögen muss nicht beschafft werden, weil es ständig im Angebot ist.

[8] Wo kommen wir denn hin, wenn wir nirgendwo mehr ankommen müssen?

[9] Nur ein leidgetränkter Schriftsteller vermag unseren Durst zu stillen.

[10] Wer kann mir eine Garantie darauf geben, dass das Weltall nicht schon morgen in sich zusammenfällt?

Perhorreszierende Perzeptionen (XIII)

[1] Verkrafte, wer du bist!

[2] Wer auf der Suche nach den verlorenen Worten ist, wird sie in keinem Buch dieser Welt finden können. Wenn er es am wenigsten erwartet, werden sie allerdings in aller Ausdrücklichkeit vorzufinden sein.

[3] Die meisten Schriftsteller werden nur deswegen nicht vergessen, weil sie nie gekannt wurden.

[4] Sinnbezüge machen erschreckenderweise auch ohne einen Sinn des Lebens Sinn.

[5] Was uns beliebt, belebt uns das auch?

[6] Die Chance des Menschen liegt in seiner unverwertbaren Nutzlosigkeit.

[7] Wer übt, kann auch etwas verüben.

[8] Das Beste und das Schlechteste, was man über einen Menschen sagen kann: Er war nur ein Mensch.

[9] Was Philosophen aus guten Gründen verwerfen, wird ihnen grundlos wieder vorgeworfen werden.

[10] Manchmal gibt ein Miststück den Takt des Tages vor.

YouNow-Gespräch mit dem 20jährigen Odin

Gespräch vom 12.3.2015

 

[Egregantius:] Was macht das Leben lebenswert?
Das Leben macht es lebenswert, Aufgaben zu erfüllen, die das Leben einem stellt: Die Aufgabe, sich selber zu verwirklichen! Man ist da und man will seine Aufgaben schaffen! Warum soll man sein Leben beenden? Das kann jeder!

[E.:] Was macht eine gute Freundschaft aus?
Man merkt eine gute Freundschaft daran: Man muss sich nicht seit Jahren kennen, man muss sich nur gut verstehen können! Ein guter Freund ist nicht der, der einen nachts aus der Ausnüchterungszelle holt, ein guter Freund ist der, der nachts mit einem in der Ausnüchterungszelle sitzt! Ein guter Freund ist nicht der, der sagt: Oh, das ist scheiße! Ein guter Freund sagt: Oh, komm‘ wir probieren das aus! Ein guter Freund ist der, mit dem man jede Scheiße bauen kann, egal ob gut oder schlecht! […]

[E.:] Führst du eher ein lustbetontes, oder ein moralisches Leben?
Ich weiß jetzt nicht, auf was du anspielen möchtest damit…

[Antwort auf eine andere Frage eines anderen Chatteilnehmers:]
(Im Hintergrund läuft Musik von den Böhsen Onkelz.) Ich wollte letztes Jahr auf’s [Böhse] Onkelz-Konzert, da habe ich aber meine Abschlussprüfung gehabt als Geselle und dieses Jahr kann ich nicht, weil ich Epileptiker bin…

[E.:] Ich möchte auf nichts anspielen, sondern interessiere mich nur aus philosophischen Gründen dafür.
Ich führe sowohl, als auch… Ich hab‘ meinen Spaß, aber ich lebe auch nach den Tugenden! Ehre, Stolz, Vernunft, Anstand… Das sind Tugenden, die jeder in diesem Leben haben sollte! Jeder sollte darauf achten, wenn jemand älteres in einen Bus einsteigt, hilft man ihm mit seinem Rollator! Oder wenn jemand älteres im Bus steht, sollte man ihm seinen Platz freimachen, weil wir sind auch irgendwann mal alt! Und dann möchten wir auch, dass das jemand für uns tut, also sollten wir das in unserer Jugend auch haben! Das macht man halt in dieser Generation, das habe ich schon von meiner Mutter und meiner Oma beigebracht gekriegt und das werde ich auch so weiter halten! […] Ich geh‘ aber auch auf Partys, wo ich gerne mal Spaß habe! Ich habe früher auch getrunken wie ein Doof… okay, durch meine Epilepsie darf ich das nicht mehr, aber jetzt trink‘ ich halt Alkoholfreies und hab‘ Spaß! Das ist „Sowohl, als auch…“, man sollte Spaß und Moral haben! Als Moralapostel zuhause sitzen hilft einem nicht viel, aber nur Spaß haben ist auch keine Bereicherung für die Gesellschaft! […]

[E.:] Hat das Leben einen Sinn?
Natürlich hat das Leben einen Sinn! […] Auf der einen Seite hilft man anderen Leuten, das Leben… also, man lebt das Leben mit anderen Leuten, man hilft anderen Leuten, das Leben besser zu leben! Man verwirklicht sich in seinem eigenen Leben, man findet viele Sachen im Leben heraus! Man weiß nicht, ob man etwas hat nach dem Leben, das findet man auch in seinem Leben nie heraus! Und man bereitet sich in seinem Leben auf ein Leben danach vielleicht vor? Ob es sowas gibt, weiß man nicht! Also ich persönlich [finde Halt] in der Nordischen Mythologie, an die ich glaube! Ich glaube ja daran, dass ich danach zu Odin und Thor nach oben gehe als Krieger und werde danach empfangen in Walhalla als Krieger: Wie auch immer ich meinen Krieg führen werde! […] Also ich für mich persönlich hatte das beste Beispiel bei einer Freundin, die an Leukämie erkrankt ist: Vor Weihnachten stand es sehr schlecht um die! Also die Ärzte haben ihr theoretisch noch zwei Wochen gegeben, ich habe ihr… also ich hatte wie gesagt, immer die Kette von Thors Hammer um den Hals: Ich habe ihr diese Kette gegeben und mittlerweile ist sie so weit, dass sie wieder mit mir auf ein Festival fahren kann und dass es ihr echt gut geht, weil sie daran geglaubt hat! Und dieser Glaube daran bewegt einfach viele Sachen! Ich für mich glaube, ich bewege viel! Und Wille bewegt viel! Ich kann da selber auch von sprechen, ich bin halt Epileptiker und ich habe halt den letzten Anfall im November gehabt und ich habe mir danach gesagt: Ich will keine Anfälle, das geht mir auf den Sack – und seitdem habe ich auch keine Anfälle mehr gehabt! Ob das jetzt einfach daran lag, dass ich keine Tabletten mehr genommen habe, oder an was es auch immer lag: […] Ob der Körper es besser vertragen hat? Ich weiß es nicht; auf jeden Fall hatte ich seitdem keine Anfälle mehr!

[E.:] Was hat dich dazu bewogen, hier zu streamen?
Ich hatte Langeweile und wollte gucken… man kann auch über solche Sachen Leute kennenlernen! Es ist nix schlechtes dabei, man muss halt dabei gucken, was man macht! Man muss halt vorsichtig dabei sein, das hat nicht jeden zu interessieren, wo ich wohne! Ich sag‘ immer, dass ich aus der Nähe von Köln komme, mit Julia schreibe ich zum Beispiel schon über Facebook, über Whatsapp… Aber es ist nichts Verwerfliches dabei: Es erfahren die Leute hier nicht viel über mich dabei! Aber es gibt bestimmt irgendwann Leute, die gucken einem zu, die stellen einem Fragen und diesen Leuten kann man bestimmt auch helfen, warum nicht?! Es ist nichts Verwerfliches dabei, ich hab‘ die Zeit dadurch, dass ich krankgeschrieben bin! […]
Zudem haben mir Lieder von den [Böhsen] Onkelz zum Beispiel immer sehr geholfen! Lieder von den Onkelz haben mir auch Lebensprinzipien gegeben: „Lieber stehend sterben, als kniend leben!“ Also ich gehe lieber mit wehenden Fahnen unter, als dass ich irgendwann aufgebe! Onkelz sind einfach das Größte im Leben!

[E.:] Ist der Mensch zur Freiheit verurteilt?
Die Freiheit macht man sich selber! Man kann in jedem Sinne frei sein, jeder Mensch beurteilt sich selber anders: Es gibt Menschen, die stehen in einer Masse und rufen in einer Masse: „Ich bin ein Individuum!“ Ich für mich sage einfach: Ich bin kein Individuum, ich bin ich selber! Du musst nicht einzeln sein, du musst du selber sein! Weil du selber kannst niemals nachgemacht werden! Andere können probieren so zu sein, wie du: Aber sie können nicht so sein wie du, weil es gibt dich nur einmal in dieser Verfassung! Sie können so aussehen wie du, sie können Charakterzüge haben wie du, doch sie können niemals du sein, weil nur Du bist Du! Also es ist wie ein Fingerabdruck: Jeder kann ähnlich aussehen, aber niemals ist er gleich! Und was ist Freiheit?! Auch im Knast hast du Freiheit! Du hast deine eigene Zelle, in dieser Zelle kannst du dich frei entfalten, du kannst in dieser Zelle Liegestütze machen, du kannst denken, du kannst ein Buch lesen, du kannst deine geistige Entfaltung frei haben! Man muss das Wort Freiheit definieren! Welche Freiheit hast du denn, wenn du auf freiem Fuß bist? Du gehst raus in die Kneipe und trinkst gegebenenfalls ein Bier! Ist das mehr Freiheit, als in einer Zelle, wo du weggesperrt wirst? Wenn du jetzt die ganze Zeit in deinem Zimmer hockst, weil du nicht so viele Freunde hast – oder du hast keinen Bock rauszugehen –, oder du bist im Knast und darfst ab und zu mal raus: Du bist nur in den Zeiten beschränkt, wann du rausdarfst, das ist der Unterschied dabei! Freiheit kann man also definieren, wie man will! […]

[E.:] Was soll nach deinem Tod von dir in Erinnerung bleiben?
Warum soll der Tod von mir in Erinnerung bleiben?! Der Tod von mir soll nicht in Erinnerung bleiben! Wenn er bei jemandem in Erinnerung bleibt, dann bleibt er in Erinnerung! Wenn der Tod von mir bei Leuten nicht in Erinnerung bleibt, dann bleibt er nicht in Erinnerung: Das ist nicht mein Problem, weil ich bin nach dem Tod tot und mich wird es nicht mehr interessieren! An mich muss keiner denken, wenn ich tot bin, ich muss auch nicht auf einen Friedhof! Mir persönlich wäre es lieber, wenn ich verbrannt werde und irgendwo hier in einen Friedwald gestreut werde, oder sowas. Interessiert mich einen Scheißdreck, ob ich irgendwo auf einen Friedhof komme! Wenn ich auf einen Friedhof komme, haben die Leute danach nur Ärger mit mir: Die müssen ein Grab machen, die müssen dafür bezahlen: Absoluter Schwachsinn! Ich bin tot: Interessiert keinen Menschen mehr, ob ich irgendwo unter der Erde liege und vergammel‘; das ist vollkommener Blödsinn! Was hat jemand davon, wenn ich irgendwo unter der Erde vergammel‘ und es ist da so ein schöner Stein, der wahrscheinlich auch noch Tausende von Euro gekostet hat – und der Holzsarg hat dann auch wahrscheinlich noch Tausende von Euro gekostet, der da in der Erde vergammelt? –, absoluter Schwachsinn! […]

[E.:] Ist Selbsttötung unmoralisch, oder kann sich gerechtfertigt sein?
Selbsttötung kann gerechtfertigt sein! „Ich will lieber stehend sterben, als kniend leben!“ ist die eine Sache… Selbsttötung kann aber auch gerechtfertigt sein meiner Meinung nach! Selbsttötung ist in dem Sinne gerechtfertigt, wenn ich irgendwo weiß, ich werde in der nächsten Zeit an irgendwelchen Maschinen hängen, weil ich Krebs habe, wo ich nicht heilbar bin: Es kann immer Wunder geben, aber das ist… Ne? Oder ich habe einen letzten Wunsch: Ich weiß, nach dem will ich sterben, weil ich sterbe in Zukunft! Oder: Es ist die persönliche Entscheidung eines selbst, nur man sollte… – es gab ja zum Beispiel den Fall eines Menschen, der wollte sich von der Brücke stürzen, weil er irgendwie Liebeskummer hatte, hat sich von der Brücke gestürzt, dann kam zufällig ein Binnenschiff, er hat sich auf eine Frau da mit gestürzt, die Frau starb und er hat überlebt! Absoluter Bullshit, sowas ist nicht gerechtfertigt, sowas ist Schwachsinn: Soll er sich irgendwo aufhängen gehen im Wald, da interessiert es keinen, er wird nach 3 Wochen gefunden, ist zwar halb vergammelt, aber… Interessiert dann eh‘ keinen mehr!

[E.:] Kann es beruhigend sein, wenn man darum weiß, dass man sich theoretisch jederzeit selbst töten kann?
Du kannst dich jederzeit selbst töten! Auf welchem Weg auch immer, man kann immer einen Weg finden! Du kannst dich aufhängen gehen im Wald, da kann eh keiner was gegen machen! Du kannst von nem Hochhaus springen, wenn du da oben stehst und zögerst 2 Minuten, sodass die Feuerwehr schon kommt, dann willst du es eh schon nicht machen… Ich kenn’s, ich habe mal eine gekannt, die vom Hochhaus springen wollte! […]

[E.:] Was läuft in unserer Gesellschaft eigentlich falsch?
Wir haben in unserer Gesellschaft eine falsche Wertschätzung! Ich finde schon, wir heulen auf ziemlich hohem Niveau… Dass jetzt zum Beispiel das Geld nach Griechenland geht, finde ich auch schwachsinnig, denn die sind selber schuld an ihrer Situation, sie wollen nichts daran ändern, sie wollen sich nicht bessern! […] Trotzdem haben wir in unserer Gesellschaft eine falsche Wertschätzung! Diese Freiheit, die wir besitzen, diese Selbstverwirklichung, die wir besitzen… Wir können so viel machen bei uns: Wir wollen aber immer nur den anderen übertrumpfen, wir brauchen einfach dieses Statussymbol irgendwann, wir wollen uns einen Mercedes kaufen, den wir uns im Endeffekt gar nicht leisten können! Immer dieses typische Hin und Her bei [den] Alten… Wir wollen uns einen Mercedes kaufen, den wir uns im Endeffekt gar nicht leisten können, wir bringen uns damit selber in den Ruin: Das läuft in dieser Gesellschaft einfach falsch! Würden wir uns mal viel mehr selber wertschätzen auch, dann wäre das Ganze einfacher… und vor allen Dingen: Wenn jeder mal hingehen würde und würde sich um seine eigenen Probleme kümmern und nicht um die Probleme anderer Leute, wär‘ so Vieles einfacher in unserer Gesellschaft! […]

[E.:] Wie stellst du dir eine ideale Gesellschaft vor?
Es gibt keine ideale Gesellschaft! (Lacht.) Es gibt einfach keine ideale Gesellschaft! Ob es Kommunismus ist, ob es Diktatur ist, ob es Demokratie ist, ob es Anarchie ist, ob es… also bei Anarchie ist ja dasselbe wie im Neandertal, da kam auch nichts Sinnvolles dabei raus! Es ist alles gescheitert! Ob es Monarchie ist…, es ist alles gescheitert! Es gibt keine perfekte Gesellschaftsform: Dafür müsste sich der Homo sapiens selber ändern! Was aber leider nicht möglich ist, da jeder diesen Gedanken hat, dass man selber immer das Beste haben möchte: Dementsprechend funktioniert dieses nicht!

[E.:] Sollte die Gesellschaft noch liberaler werden, oder sind wir in vielen Dingen schon zu tolerant?
Ich find‘, wir sind in einigen Dingen echt schon zu tolerant und in anderen Dingen sind wir schon zu wenig tolerant! Zum Beispiel ich persönlich bin ein Patriot meines Landes, ich liebe Deutschland, es ist mein Vaterland, es ist meine Muttersprache, ich bin hier geboren, ich werde hier sterben: Ich finde aber, in einigen Dingen greifen wir echt nicht durch! Zum Beispiel Steuersünder: Für Steuersachen wirst du härter bestraft, wie jetzt Edathy für Kinderpornographie: 5000 Euro?! Lächerlich: Es ist nachgewiesen gewesen! Nur weil er selber kein Geständnis [abgelegt] hat und weil er Politiker ist, kriegt er 5.000 Euro [aufgebrummt]…. 5.000 Euro zahlt der aus der Portokasse! Sowas gehört für mich standrechtlich an die Wand gestellt und erschossen! (Gestikuliert mit der rechten Hand.) Wenn ich mitkriegen würde, dass so ein Kerl meine Nichten anpacken würde, würde ich hingehen und den Kerl über’s Bordsteinpflaster ziehen, sodass der Kerl nie wieder glücklich werden würde… Oder so ne Nummer abziehen wie bei „Der blutige Pfad Gottes“… (Imitiert einen beidhändigen Kopfschuss.) […]

[E.:] Beutet der moderne Mensch sich selbst aus?
Ich finde, man sollte heutzutage auch mal auf sich selber achten! Ich persönlich als gelernter Koch, ich habe meinen Job geliebt, ich habe auch gerne mal 14 Stunden gearbeitet, einfach weil dieser Job auch mehr oder weniger mein Hobby war! Beim Kochen konnte ich meinen Kopf einfach abschalten, weil beim Kochen waren es für mich Automatismen: Ich konnte meine Schubladen hinter mir greifen und brauchte einfach nur noch [zu] kochen… das war für mich einfach geil! Aber wenn ich Leute sehe, die jetzt überall über Burnout klagen, oder sowas… man sollte einfach mal sich selber Freizeit nehmen und dann wollen die Leute nach der Arbeit auch noch hier hin und wollen noch dahin und wollen dies noch machen und wollen jenes noch machen… Ab und zu sollte man sich einfach die Zeit für sich selber nehmen und einfach mal entspannen gehen! … Oder einfach mal ganz entspannt in die Kneipe gehen und ein Bier trinken: Einfach mal entspannt in die Kneipe gehen und ein Bier trinken! Also, ne? Du weißt wahrscheinlich, was ich meine? Oder einfach mal Familienleben, einfach mal die Kinder packen, einen schönen Nachmittag machen, durch die Sonne spazieren gehen, schwimmen gehen… Meine Mutter hat mit mir zum Beispiel damals gemacht: Pfützen springen! Total geil. Egal, ob wir Fieber hatten, Erkältungen, Husten… Einfach mal, wenn es geregnet hat draußen Pfützen springen! Es hat geregnet, draußen waren es 14 ° C: Matschhosen an, ab in die Pfützen: Jede Pfütze haben wir mitgenommen! […]

[E.:] Ist die Welt zu komplex geworden?
Definitiv, die Welt heutzutage versteht man nicht mehr: Sowohl die Weltpolitik, als alles andere auch! […] Die Weltpolitik heutzutage versteht man nicht mehr… Wenn man das dann betrachtet… Wenn ich das jetzt erklären wollte, würde das 3-4 Stunden dauern… Wenn man die Welt heutzutage betrachten würde: Fangen wir mal an bei der Bilderberggesellschaft: Dann ist es so, dass die Rockefeller-Gesellschaften die größte Bank selber halten, die Rockefeller-Gesellschaften verleihen Geld an die Bundesbanken, bzw. an die Zentralbanken, die Zentralbanken können sich das Neunfache ihres Eigenkapitals leihen und so kommt immer mehr Geld in den Umlauf, so wird das Geld immer mehr wert und so stürzt irgendwann jede Währung und dann muss jedes Mal eine Währungsreform gestartet werden, so verschuldet sich irgendwann jede Regierung und 2% des Geldes, was im Umlauf ist, sind Noten. Alles andere ist Geld, was einfach nur Zahlen sind und nicht existiert! Dementsprechend ist es alles schon sehr komplex! (Lacht.) Es geht ja schon nicht mehr um Tausende Euro, es geht ja schon um Millionen, um die Milliarden Euro! […]
[…] Also, ich denke viel nach, auch wenn mir das keiner glaubt…

[E.:] Nehmen Menschen eine Problemverschiebung vor, wenn sie sich auf Gott berufen und davon ausgehen, dass er alles richten wird?
Wenn du damit meinst, dass sie mit ihren Problemen selber nicht mehr fertig werden und dann hoffen, dass Gott ihnen hilft, oder Probleme im Prinzip vor sich herschieben… Ich denke, dass Leute einfach Probleme vor sich herschieben, anstatt sie anzupacken! So ganz nach dem Motto: „Was du heute kannst besorgen, das verschiebe stets auf morgen!“, was dann viele Probleme gibt. Wenn man Probleme heute anpacken würde, dann würden die morgen vielleicht gar nicht mehr existieren?! Anstatt, dass wenn man sie morgen anpackt, ist es viel schwerer, sie zu beseitigen! Wenn ich mich heute um etwas kümmer, ist es morgen vielleicht schon 10x schwerer, weil heute eine Lösung da ist und morgen vielleicht nicht mehr: Was aber immer kommen kann, weil manchmal eröffnen sich einfach Situationen, da kommt die Lösung von alleine! Aber erst später… Manchmal gibt es vielleicht noch keine Lösung, die aber vielleicht in 2 bis 3 Tagen kommt! Das ist alles so ne Sache… das ist alles etwas schwierig, zu beschreiben…

[E.:] Was hat Gott eigentlich erschaffen, damit er Gott werden konnte?
Die Frage ist: Glaubt man an Gott? Gott ist eine reine Glaubenssache. An welchen Gott man auch immer glaubt, das ist schon mal dahingestellt… oder an welche Gottheiten… Gott muss nicht unbedingt etwas erschaffen haben: Wir haben die Evolutionstheorie, es ist bewiesen, dass es… also, es ist (Imitiert mit den Händen Anführungszeichen.) bewiesen, dass es so ist, dass es so sein sollte… Ob das jetzt alles stimmt, kann ich als Laie nicht nachvollziehen… Die Theorien scheinen ganz annehmbar zu sein… Ob es einen Gott in dem Sinne gibt, weiß man nicht: Man muss dran glauben! Wie gesagt, ich habe es eben dargelegt mit meiner Nordischen Mythologie… Für mich gibt Odin mir Prüfungen, die ich bestehen muss, damit er mich irgendwann in sein Reich der Krieger aufnimmt! Ein Reich der Krieger heißt nicht unbedingt, dass man Krieg geführt haben muss auf diese oder jene Weise… Ein Reich der Krieger heißt heutzutage vielleicht einfach nur, dass man seine Prüfungen mit einem kriegerischen Herz bestehen muss, dass man seine Prüfungen mit eisernem Willen bestehen muss! Wenn man keinen Krieg führen kann… dass man diese Prüfungen trotzdem bestehen muss! […]

[E.:] Was hältst du von der These, dass Gott sich mit dem Urknall selbst getötet hat?
Habe ich zwar noch nie gehört, halt‘ ich aber auch für blöd! […]

[E.:] Was denkst du über den Satz „Das Leben ist ein Geschenk, das ein Leben lang verarbeitet werden muss.“?
Ist das Leben ein Geschenk? Muss man es ein Leben lang verarbeiten? Das muss man für sich selber herausfinden! Das sind wieder Grundsachen, nach denen man wieder selber leben muss. Das sind wieder eigene Entscheidungen… Der eine sagt: „Man lebt für andere Leute, um ihnen zu helfen, um anderen Leuten ein besseres Leben zu geben!“ […] Der andere sagt: „In meinem Leben muss ich etwas erreichen, in meinem Leben muss ich hart arbeiten!“ Dem einen wird das gute Leben auch in die Wiege gelegt, dementsprechend kann… Wenn du mit einer Millionen kommst und kokst die ganze Zeit, verarbeitest du nicht viel in deinem Leben! Dementsprechend ist es die eigene Entscheidung. […]

[Ein anderer Chatteilnehmer fragt:] Wann haben wir mal einen klaren Blick für die geostrategische Situation?
Diesen klaren Blick für die geostrategische Situation werden wir glaube ich nie bekommen, weil wir als kleiner Bürger da wohl niemals eingeweiht werden drüber, was in dieser geostrategischen Situation irgendwann mal genau geplant ist… Weil ich glaube, dass nichts – aber auch wirklich gar nichts! – ohne Planung geschieht! Sowohl jeglicher Krieg, die derzeitige Krise in der Ukraine, als auch die aktuelle Pleite von Griechenland – wobei, Griechenland war eigentlich schon immer pleite (Lacht.) – ich glaube, es ist alles irgendwie geplant in irgendeiner Weise!

[Ein anderer Chatteilnehmer schreibt:] Man lebt, um zu arbeiten.
Nein, auf keinen Fall! Man arbeitet, um zu leben! Wenn man nur leben würde, um zu arbeiten: Was hat man dann vom Leben?! Das hat dann keinen Sinn für einen selber! Aber das muss man auch wieder für sich selber entscheiden, ich für mich sage immer: Man arbeitet, um zu leben, denn man muss etwas davon haben, dass man arbeitet! (Lacht.) […] Ich denke so, ich lebe, um zu arbeiten, um irgendwann mal positiv leben zu können, wenn das überhaupt klappt in der heutigen Zeit! […] Ich denke, ich arbeite, um zu leben, denn jetzt ist meine Zeit, meine wilde Phase, irgendwann habe ich Familie, danach bin ich Rentner, also sollte ich meine wilde Zeit nutzen und sollte ich meine Familienzeit ausleben und meinen Lebensabend ordentlich genießen und jegliche Zeit sollte ich nicht dazu verschwenden, um zu arbeiten! Ich sollte jegliche Phase meines Lebens dementsprechend genießen können, also lohnt es sich nicht für mich, nur zu arbeiten! […]

[E.:] Was denkst du über den Satz „Das Begreifende im menschlichen Geist verwirrt sich deswegen so oft, weil es sich selbst begreifen will.“?
Dies ist durchaus eine wahre Aussage: Man probiert selber sich selbst, seinen eigenen Körper und seinen eigenen Geist zu verstehen, was für Gedankenzüge man selber hat und dadurch verwirrt man sich teilweise auch selber! Dieses halte ich für einen durchaus sinnvollen Satz!

[E.:] Ja, denn man ist selbst der blinde Fleck, von dem man nicht mehr wegkommt, bzw. das Verstehende kann sich oftmals nicht selbst verstehen…
Das kommt auf dasselbe Ergebnis raus, dass man selber viel zu viel versucht, über sich nachzudenken und dass nichts dabei rauskommt! […]

[E.:] Was denkst du über den Satz „Wenn es keine Wahrheit gibt, ist das Sprechen von der Wahrheit schon eine Lüge.“?
Es gibt eine Wahrheit! Die Wahrheit ist der eigene Gedanke. Dementsprechend ist das Sprechen der Wahrheit keine Lüge! Wenn ich selber in meinen Gedanken denke, dass ich mit dir ein Problem habe und dir sage: „Du bist für mich ein Arschloch!“ ist das für mich die Wahrheit, also ist das Sprechen der Wahrheit für mich keine Lüge!

[E.:] Was denkst du über den Satz „In einer Welt der Gedankenlosigkeit leidet kein Mensch so viel wie ein denkender Mensch.“?
Das ist schon wieder korrekt! Wenn ich denke, denke ich zu viel über Sachen nach und dann fallen mir Fehler auf, auch bei mir selber: Wenn keiner denkt, dann denke ich auch nicht: Ich brauche Dies, ich brauche Das… dann ist mein Leben viel einfacher! […] Man kann heutzutage auch noch frei denken: Nur glauben zu viele an die Bild[-Zeitung], mit der Bild ist es schwer, frei zu denken… Ich zum Beispiel für meinen Teil: Ich denke frei, nur ein minderer Teil der Gesellschaft denkt frei und dementsprechend kommt es zu schlechten Ergebnissen dabei! […]
Jetzt lässt sich jeder bereits von seinen Ängsten kontrollieren! […]

[E.:] Was hältst du von dem Satz „Wer keine Rolle spielt, kann er selbst sein.“?
Ja, wenn du niemand anderes mehr sein musst, kannst du du selber sein: Du kannst aber auch du selber sein, wenn du eine Rolle spielen musst, weil du kannst dich selber in diese Rolle einbringen! […]

[E.:] Was denkst du über den Satz „Wäre nur irgend etwas ganz erklärt, so wäre alles erklärt.“?
Das ist nicht ganz erklärt! Wenn etwas erklärt wäre, dann wären die anderen Sachen immer noch nicht komplett erklärt: Dann wäre ein kleiner Baustein des Großen und Ganzen zusammengesetzt, es fehlt aber noch der Rest des Puzzles, was langsam gegebenenfalls zusammengesetzt werden könnte: Aber es fehlen immer kleine Teile dabei!

[E.:] Ja, aber ein Etwas, das bis zum Urknall und darüber hinaus erklärt wird, kann alles ergeben…
Was?! Alter! (Lacht.) Das ist mir zu hoch! Tut mir leid, da gebe ich auf!

[E.:] Was hältst du von dem Satz: „Es ist kein Zeichen von Gesundheit, in einer kranken Gesellschaft gut angepasst zu sein.“?
Es ist aber auch kein Zeichen von Krankheit! Denn man kann selbst in einer kranken Gesellschaft gut leben! Gesund leben. Denn man muss sich jeder Gesellschaft anpassen, um gesund leben zu können… Wenn man in keiner Gesellschaft angepasst ist, kann man auch nicht gesund leben!

YouNow-Gespräch mit K.91

Das Gespräch dauerte etwa 40 Minuten

 

[Egregantius:] Was macht das Leben lebenswert?
Was das Leben lebenswert macht? Ehm, das ist ne gute Frage! (Lacht.) Ja, was macht das Leben lebenswert? Ich glaub‘ Glück, ja, wenn man glücklich ist, ist das Leben irgendwie schon cool! Ehm, Sorgenfreiheit ist fett, auf jeden [Fall]! … Und vielleicht der passende Partner, der mir das Leben ein bisschen lebenswerter macht! … Ich glaub‘, anderen Leuten zu helfen, macht das Leben lebenswert! Wenn man dafür sorgt, dass andere Menschen glücklich sind, überträgt sich das auch auf einen selber! Ich hoffe, deine Frage ist damit beantwortet?!

[E.:] Hast du ein Lebensmotto?
Ja, man sollte jeden Tag genießen und sich nicht über alles und jeden aufregen, sondern einfach alles so nehmen, wie es ist und das Beste daraus machen! Du bist selber des eigenen Glückes Schmied, oder wie sagt man? […] Ja, das ist das!

[E.:] Kennst du ein kluges Zitat?
Äh… „Dumm ist der, der Dummes tut!“ (Lacht.) Forrest Gump! Oder „Wir denken zu viel und fühlen zu wenig!“ Charlie Chaplin. […]

[E.:] Führst du eher ein lustbetontes, oder ein moralisches Leben?
Also, wenn ich die Frage jetzt richtig verstanden habe, dann heißt das, dass ich das mache, worauf ich Bock hab‘ und was mir Lust macht, oder das, was andere denken, dass ich das tun sollte? Nein, ich mach‘ das, worauf ich Bock hab‘! Auch wenn ich weiß, dass es manchmal nicht das Richtige ist… Wenn ich mir dabei gut vorkomme und mich dabei gut fühle und ich glücklich bin dadurch, dann werde ich das auch tun! […] Du bist bis jetzt der Chilligste, der mich hier zufragt! Das sind Fragen, die regen einen zum Nachdenken an!

[E.:] Was läuft in unserer Gesellschaft eigentlich falsch?
Was in unserer Gesellschaft falsch läuft? Ehm, ja, einiges, ne! Ja, wo soll ich da anfangen? Also, puh, einiges auf jeden Fall! Du musst auch schon etwas Spezifischer werden, so ich weiß nicht auf was bezogen du das jetzt meinst, also ich finde in unserer Gesellschaft läuft es komplett daneben eben.

[E.:] Beutet der moderne Mensch sich selbst aus?
Ja, auf jeden Fall macht er das! Irgendwann gehen wir alle vor die Hunde, weil der moderne Mensch einfach das, was er braucht, sich selbst nimmt, um daraus Profit zu schlagen! Das einzige, was diesen modernen Menschen noch interessiert, ist Geld! Und viele denken, dass ohne Geld gar nichts geht, aber das ist nicht wahr! […]

[E.:] Wie stellst du dir eine ideale Gesellschaft vor?
Ja, auf jeden Fall wie ich mir diese ideale Gesellschaft… puh, wie stelle ich mir die vor, ja… Es gibt viele Gründe, warum man meckern kann, aber erstmal einen Weg zu finden, es besser zu machen, ist –glaube ich –, auch nicht so einfach! […] Ja, auf jeden Fall mehr Gleichberechtigung! Auch bezüglich Löhne, Arbeitszeiten und ja allgemein halt, mehr sozial sein! So nicht, dass, wenn man Geld hat, einfach angesehen in dieser Gesellschaft ist! So arme Leute sind halt weniger wert in deren Augen wie Leute, die viel Geld haben! Was zum Beispiel auch wieder… Wenn man so ne Strafe hat, wie ich, ich hab‘ meinen Führerschein verloren, weil ich gekifft hab‘ und musste halt jetzt ne Unmenge an Geld bezahlen und für Leute, die nicht so viel Geld verdienen ist das halt schwierig und…

[E.:] Sollte die Gesellschaft noch liberaler werden, oder sind wir in vielen Dingen jetzt schon zu tolerant?
Ne, eigentlich nicht, also ich meine in manchen Dingen könnte man toleranter sein, in manchen ist es aber mit dem Strengheitsgrad – oder wie immer man das nennt – schon richtig so: Ich meine, bei Straftaten, bei denen andere Leute zu Schaden kommen, ist das schon richtig, aber in manchen Dingen könnte man toleranter werden: Ja, auf jeden Fall!

[E.:] Was soll nach deinem Tod von dir in Erinnerung bleiben?
Ja, was ich halt für ein Mensch war! […]

[E.:] Ist Selbsttötung unmoralisch, oder kann sie gerechtfertigt sein?
Ich kann’s nicht beantworten, echt nicht! Kann gerechtfertigt sein, würde ich sagen, weil Leute, die den Tod verdient haben und das einsehen… Wobei, es hat niemand den Tod verdient! Ach, das ist ne schwierige Frage! […]

[E.:] Kann es beruhigend sein, darum zu wissen, dass man sich theoretisch jederzeit selbst töten kann?
Also ja, es kann beruhigend sein, weil wenn du irgendwelches Leiden hast, was du einfach nicht mehr aushältst, […] Also, ich finde, es kann beruhigend sein, wenn man sich selbst töten kann, weil wenn du solches Leiden hast, dass du damit nicht mehr klar kommst und selbst abdrehst und du den Tod als besseres Ende siehst, klar kann das beruhigend sein! Wobei ich diesen Schritt niemals gehen würde, aber viele tun’s ja einfach!

[E.:] Hast du Angst vor dem Tod?
Nein, ich habe keine Angst vor dem Tod! Das Einzige, wovor ich Angst habe, ist, dass die Menschen, die mich lieben und mögen, dass ich die halt alleine lasse… deswegen fürchte ich mich da ein bisschen vor! Aber ich glaub‘ mal, wenn’s soweit ist, dann ist‘s soweit! Und deswegen: Genieße jeden Tag, ne! Es könnte der letzte sein…

[E.:] Ja, wenn der Tod da ist, bist du nicht da: Kein Grund also, vor dem Tod Angst zu haben!
Ja. (Lacht.) Genau, der Tod nimmt meinen Platz ein! … Ich hoffe zwar, dass wenn ich sterbe, dass ich den Leuten…

[E.:] Wo siehst du dich 10 Jahren?
In 10 Jahren? Wo sehe ich mich in 10 Jahren? In meiner Strandhütte auf Hawaii in ner Holzliege, aus Kokosnüssen Milch trinkend! (Lacht.) Da sehe ich mich in 10 Jahren!

[E.:] Kannst du dir ein Leben ohne Internet vorstellen?
Ja, klar kann ich das! Ich würde das sogar begrüßen, wenn es ein Leben ohne Internet geben würde! Wie man das Internet so nutzt für irgendwelche Dinge die sinnvoll sind, ist ja alles cool so, aber mittlerweile ist das Internet ja schon so weit, dass man wirklich […]
Jeder kann seine Ziele erreichen! Das ist halt nur die Willensstärke, die zählt!

[E.:] Ist der Mensch zur Freiheit verurteilt?
Jeder Mensch sollte das Recht auf Freiheit haben, wenn du das so meinst! Aber in dieser Gesellschaft wird man ja durch Arbeit und sämtlichen anderen Schwachsinn davon abgelenkt, was eigentlich passiert! Ich bin der Meinung, dass auch Gras, also Kiffen nicht legalisiert wird, weil Menschen sich dann zu sehr Gedanken machen über das, was eigentlich passiert! Und deswegen wird das nicht legalisiert und deswegen geht man auch arbeiten, damit man sich irgendwie ablenkt und diese Gesellschaft oder die Regierung packt deinen Tagesplan so voll, dass du einfach keine Zeit hast, dir über das Eigentliche deine Gedanken zu machen! Damit denen keiner auf die Schliche kommt, was die da für ne Scheiße abziehen!

[E.:] Was hat dich dazu bewogen, hier zu streamen?
Langeweile. Übelste Langeweile. […] Mann, ich möchte mich mit meinen Mitmenschen austauschen!

[E.:] Glaubst du, dass das, was du hier tust, einen Mehrwert für dich hat?
Also jetzt nachdem ich mit dir gestreamt hab, auf jeden Fall! Weil man lernt ja immer weiter und warum nicht auch… ich finde, man lernt am besten durch Gespräche mit anderen Personen! Durch Erfahrungen, die man dadurch sammelt und Informationen, die man kriegt und das erweitert dein Meinungsbild und deine Ansichtspunkte: Du hast viel mehr Ansichtspunkte, wie du Sachen betrachten kannst, wenn du die Meinungen von anderen gehört hast und du kannst dir daraus dann dementsprechend komplett ein neues Bild machen: Also ja, es hat auf jeden Fall einen Mehrwert, glaube ich! Viele sind natürlich auch einfach – machen irgendeinen Schwachsinn oder was – aber ich mein‘ ich bin in meinem Freundeskreis auch so, aber wenn mir jemand so wie du mit wirklich sinnvollen Fragen kommt, warum nicht? Klar. Man lernt doch jeden Tag, man lernt nie aus!

[E.:] Ist der Livestream für dich ein Tor zur Welt, oder bist du mit dem Livestream in der Welt?
Der Livestream ist auf jeden Fall ein Tor zur Welt insoweit, dass ich Kontakt mit Menschen habe, mit denen ich sonst nicht in Kontakt treten würde, weil sie halt entweder zu weit weg wohnen, oder ja, hauptsächlich eben zu weit weg wohnen, oder ich sie einfach nicht ansprechen würde, wenn ich sie irgendwo sehen würde und… doch, ja. Und ich bin natürlich auch in der Welt mit dem Livestream so: Menschen gehen ja auf meinen Stream und gucken und man tauscht sich aus und das würde man halt sonst nicht tun!

[E.:] Hast du einen Berufswunsch?
Ich bin ja schon am Arbeiten, meinen Traumberuf mache ich grade: Also ich bin Metallbauer und wollte auch immer schon Metallbauer werden und bleibe das auch… ja, ich bin zufrieden mit meiner Arbeit! Könnte natürlich besser bezahlt sein, weil man ohne Geld ja nichts ist in dieser Gesellschaft… wären wir wieder bei dem Thema… und aus dieser Höhle erstmals rauszukommen ist schwierig!

[E.:] Hat das Leben einen Sinn?
Was hat das Leben für einen Sinn… Ja, man lebt, um zu leben, oder? Glücklich sein. Du musst jeden Tag darauf atmen [!], dass du glücklich bist! Auch wenn das manchmal Sachen sind, die dich zurückwerfen könnten: Wenn die dich glücklich machen, sind die auf keinen Fall falsch! Der Sinn des Lebens, ist, deinem Leben einen Sinn zu geben! Und wenn Fliegen einem Fliegengitter nachfliegen, fliegen Fliegen Fliegen nach, nä? […] Ich würde ja gerne mal deine Antworten auf diese ganzen Fragen hören…

[E.:] Glaubst du, dass es etwas gibt, was die Welt im Innersten zusammenhält?
Was die Welt im Innersten zusammenhält, ist Liebe! Weil wo keine Liebe ist, entsteht Hass. Und Hass sorgt dafür, dass Menschen auseinandergehen. […] Nur wer nicht geliebt wird, hasst!

[E.:] Wie erklärst du dir die Existenz von Menschen?
Evolution, mein Freund! Evolution. Ja. Alles eine Frage der Evolution! (Im Chat schreibt jemand etwas zum Thema Wissenschaft.) Wissenschaft?! Glaubst du, dass Wissenschaftler Menschen erfunden haben? Dafür müsste es erstmal Wissenschaftler geben, was wiederum Menschen sind, das geht nicht, das ist ein Widerspruch!

[E.:] Was hältst du von dem Satz „Es ist kein Zeichen von Gesundheit, an eine von Grund auf kranke Gesellschaft gut angepasst zu sein.“?
Nein, weil das „krank“, was du hier geschrieben hast, bezieht sich ja nicht auf den Gesundheitszustand, sondern die kranke Gesellschaft ist einfach, was die macht, so wie die mit Mitmenschen umgeht: Das ist krank! Also krank in dem Sinne von „Nicht okay!“, aber nicht in dem Sinne von „krank“ wie durch eine Infektion!

[E.:] Der Satz ist natürlich im übertragenen Sinne zu verstehen.
Ich hab‘ es glaube ich voll falsch angegangen… (Lacht.) Ich habe die Frage falsch verstanden, glaube ich, Moment! […] He, das ergibt auf jeden Fall Sinn, der Satz! Weil, ja, es ist eher ein Zeichen von Stärke sich in dieser kranken Gesellschaft wiederzufinden und sich da zu integrieren! […]

[E.:] Was hältst du von dem Satz „Wäre nur irgend etwas ganz erklärt, so wäre alles erklärt.“?
Willst du damit sagen, dass man alles nur ein bisschen erklärt, und einem deswegen alles unsinnig vorkommt? (Lange Pause.) So, man lässt uns in dem Unwissenden? Aber wiederum, wenn alles erklärt wäre, würde man weniger nachdenken und sich weniger eigene Meinungen machen, was wieder zu Konversationsverlust führt… also mit uns verblöden lässt… (Lange Pause.)

[E.:] Was hältst du von dem Satz „Wer keine Rolle spielt, kann er selbst sein.“?
Ja, das stimmt! Viele Menschen verstellen sich ja, um anderen Leuten zu gefallen und somit sind sie nicht sie selbst! Wenn jeder er selbst wäre… gäbe es keine Filme! (Lacht.) Eigentlich sind wir alle Schauspieler! Nicht alle, aber viele, ne Menge, fast alle… Ach ja… (Seufzer.)

[E.:] Von Goffman gibt es zum Thema den soziologischen Klassiker „Wir alle spielen Theater“.
Ja, genau! „Wir spielen alle Theater“, genauso sieht’s aus! Es gibt keinen Menschen, der irgendwann mal nicht irgendwas gemacht hat, und darauf gelogen hat, sich verstellt hat, um irgendjemand anders zu gefallen, oder zu profitieren!

[E.:] Was denkst du hierüber? „Einst durfte man nicht wagen, frei zu denken; jetzt darf man es, aber man kann es nicht mehr.“
Ähm, ja. Ist wahr! Also früher wurde man für seine eigene Meinung ja gehängt, oder verbrannt, oder was auch immer, im Mittelalter, in der Zeit so… Und heutzutage muss man einfach das denken, was einem die Medien sagen und die Regierungen! Du hast keine Chance mehr, deine eigene Meinung – ja, du kannst deine eigene Meinung preisgeben, aber sie wird einfach nicht anerkannt und alles was anders ist, wie das, was man so durchs Fernsehen oder so eingetrichtert bekommt, soll ja falsch sein… Deswegen gucke ich auch keine Nachrichten, oder überhaupt Fernsehen, weil es alles nur Schwachsinn ist, was die einem da einverklickern! … Richtig, habe ich das richtig verstanden?
Es gibt ein Experiment, da bezieht man das Verhalten der Gesellschaft auf einen Frosch: So, packt man jetzt den Frosch in eine Schale Wasser, bleibt der Frosch da drin: Packt man den Frosch in eine Schale mit heißem Wasser, springt er sofort wieder raus! Wenn man den Frosch aber in eine Box packt mit Wasser und dieses langsam erhitzt, bleibt der Frosch da solange drin, bis das Wasser kocht und er stirbt… Und genauso ist das mit der Gesellschaft auch: Wenn man alles – die ganze Scheiße! – einfach nur langsam auf die Gesellschaft loslässt, akzeptieren die das gewöhnlich und handeln dann eben einfach wie Maschinen, aber auf einen Schlag würden wir alle ausflippen! […] Die machen uns langsam zu dem, wie sie uns haben wollen, und nicht, wie wir sein wollen! … Habe ich deine Frage jetzt richtig verstanden?

[E.:] Was ist schon Verstehen?
Genau! Und wann hat man verstanden? Hat man verstanden, wenn man selbst viel logischer erklärt, oder… das ist schwer… Ey, du machst mich fertig! (Lacht.) Das ist krass, mit dir will ich noch öfter mal streamen, das ist auf jeden Fall cool, Mann! Auf jeden. Von dir sollte es mehr Leute geben!

[Frage eines anderen Chatteilnehmers?] Glaubst du an Gott?
Ich glaub‘ nicht an Gott, dafür ist zu viel Scheiße passiert! Das ist einfach… Gott ist einfach da, weil die Menschen früher keine Ahnung hatten und auch kein Verständnis dafür haben konnten – oder hatten –, wie alles entstanden ist: Ob es so wirklich entstanden ist… ich meine, da muss sich jeder ein eigenes Bild drüber machen, aber ich glaube nicht, dass es Gott gibt! Ich glaub‘ auch nicht an höhere Kräfte, oder irgendwelche Geister, oder… es gibt vielleicht irgendwelche elektromagnetischen Felder, die irgendwas beeinflussen…

[E.:] Wozu ist das Böse gut?
Das Böse ist zu nix gut! Höchstens, um vom Guten bekämpft zu werden…

[E.:] Aber an die Liebe glaubst du?
Ja, an die Liebe glaube ich natürlich! Wobei die Definition von Liebe für jeden Menschen unterschiedlich ist… Ich glaube, Gott ist einfach ein anderes Wort für Evolution!

YouNow-Gespräch mit C. C., einem 20jährigen aus Bremen

Gespräch vom 6. März 2015

[Egregantius:] Was macht das Leben lebenswert?
[C. C.:] Das ist eine gute Frage! Das ist sogar eine sehr, sehr gute Frage! Was macht das Leben lebenswert? Leute, die Frage auch an euch weitergeleitet auf jeden Fall: Was macht für euch das Leben lebenswert? Also ich denke, so ein Leben wird immer vom Inhalt bestimmt, das […] kann ja mit Umständen und allem möglichen zusammenhängen… aber ich denke, einfach dieses Geschenk, das Leben leben zu können, ist auf jeden Fall schon mal der erste Punkt, dass man es ohne Einschränkungen – also ich hab‘ ja keine Einschränkungen – in dem Sinne leben kann, macht auf jeden Fall auch das Ganze lebenswert für mich persönlich; und das Glück, das man hat! Oder dieses Glück, das einem jeden Tag widerfährt, diese Kleinigkeiten im Leben sind für mich persönlich immer sehr bestimmend, finde ich und das… oh Mann, ich kann diese Frage gar nicht innerhalb von 2, 3 Sätzen ausdrücken, da bräuchte ich auch ein bisschen länger für, aber ich schneid‘ das jetzt hier mal so ein bisschen an… […] Das ist eine sehr gute Frage und ich glaub‘ auch die beste, die ich bisher bei YouNow gelesen habe!

[E.:] Ist der Mensch zur Freiheit verurteilt?
[C. C.:] […] Ich stell‘ mal eine Gegenfrage, auch wenn das eigentlich unhöflich ist, und zwar: Was bedeutet für dich Freiheit? Also in welchem Maße redest du von Freiheit?

[E.:] Das ist eben die Frage, was Freiheit ist: Kann man z. B. frei sein, wenn man mit einer Behinderung geboren wird?
[C. C.:] Ja, klar kann man frei sein, wenn man mit einer Behinderung geboren wird, weil alleine dass du mit dieser Behinderung geboren bist, heißt nämlich nicht, dass du im Laufe deines Lebens die Erfahrung machen musst, wie es ist, eingeschränkt zu sein, das heißt, du entwickelst sozusagen deine eigene Freiheit: Verstehst du, was ich meine? Und in dem Sinne, na klar kann man frei sein, wenn man eine Behinderung hat, wenn man mit ihr geboren wird! Wenn du allerdings, sagen wir einen Unfall hast, sagen wir, du bist – keine Ahnung – 14 Jahre alt, hast einen Unfall, wenn du mit deinen Eltern in Urlaub fährst und bist danach an den Rollstuhl gefesselt, dann wird dir sozusagen diese Freiheit entrissen, weil du vorher ganz andere Bedürfnisse stillen konntest: Wenn du laufen wolltest, bist du gelaufen! Ne, in dem Sinne einfach, um das mal eben metaphorisch ein bisschen vorzubringen? Aber so wie du die Frage stellst: Natürlich kann man frei sein, wenn man mit einer Behinderung geboren wird!

[E.:] Aber kein Mensch, der geboren wird, wird gefragt, ob er leben will und zur Freiheit gezwungen.
[C. C.:] Ich denke nicht, dass jemand, der geboren wird, sagen würde, dass er nicht leben möchte, zumal er gar nicht darüber entscheiden kann. Und ich kann – vielleicht fehlt mir in dem Sinne auch einfach so ein Stückweit die Empathie, sagen zu können? –: Okay, ich kann mir zum jetzigen Zeitpunkt überhaupt nicht vorstellen, dass ich überhaupt noch leben möchte? So vielleicht ist das einfach ein Mangel meiner Kompetenzen, aber ich denke nicht, dass es solch eine Situation geben könnte!

[Frage eines anderen Chatteilnehmers:] Was macht dich depressiv?
[C. C.:] Das ist eine gute Frage! Was macht mich depressiv? Ich glaube, Einsamkeit… also bei mir ist das so, ich bin jemand: Ich bin gerne alleine, hab‘ auch gerne Zeit für mich, aber wenn ich merke, dass ich einsam bin, also nicht in Form von: Es gibt ja einmal Alleine-sein und einmal Einsam-sein. So einsam in Form von Es-ist-niemand-da und es ist niemand da, an den du dich wenden kannst, oder der sich an dich wendet, also einfach dieses Einsam-sein, das macht einen schon so ein bisschen… ja nicht depressiv, depressiv oder Depression ist ja auch eine Krankheit… Und was mich auch depressiv macht, ist, zu scheitern im Leben, das ist auf jeden Fall auch kacke, davor habe ich Angst!

[E.:] Glaubst du, dass das, was du hier tust, einen Mehrwert für dich hat?
[C. C.:] Ist auch eine gute… Du stellst wirklich gute Fragen, das gefällt mir auf jeden Fall! Und denke ich, dass das einen Mehrwert für mich hat? Also in dem Bezug darauf, dass ich eine höhere Reichweite bei Youtube oder mit meinen Youtube-Videos erreichen kann, ja: Definitiv hat es einen Mehrwert für mich! Was ich auf jeden Fall aus der Erfahrung heraus bestätigen kann und wenn wir da jetzt in den… wobei, es geht auch völlig in diesen Sozialbereich rein, also du musst dir das so vorstellen: Die Leute, die in meinen Streams sind, die wenden sich auch über mein Facebookprofil – oder wie auch immer –, über andere soziale Medienplattformen wenden die sich an mich, und schreiben mit mir, oder wollen mit mir schreiben. So. Einige, die versuchen dann vielleicht einen Rat zu bekommen, meine Zuschauerschaft die sind alle ein bisschen jünger als ich – also ich bin jetzt selber 20 Jahre alt, mein Zuschauerkreis liegt irgendwo zwischen, sagen wir 13 und – gut, es gibt natürlich auch ältere! –, aber der Schnitt liegt halt eben zwischen 13 und 17 sag‘ ich mal und wenn die Probleme haben, dann wenden die sich an mich, weil ich einfach eine ältere Person bin, weil ich für die vielleicht so eine Art Bezugsperson bin, was ich selber auch gut finde, und von daher hat’s für die genauso einen Mehrwert wie für mich, weil das Ganze so ein Geben und Nehmen ist, also ich geb‘ Ratschläge über Sachen, die ich selber vielleicht erlebt‘ hab und so weiter und so fort, also auf der sozialen Ebene hat es auf jeden Fall einen Mehrwert! Und von der Reichweite her, vom Bekanntheitsgrad her auch! […] Und ich bin vernünftig dabei, ja klar, auch wenn ich […], das muss ich auch dazu sagen, das muss ich nach den ersten Followern bei YouNow reflektiv feststellen: Ich hatte da geraucht im Stream, und das war mir im Nachhinein superunangenehm, dass ich da geraucht hatte!

[E.:] Mangelt es der Jugend an guten Vorbildern?
[C. C.:] Definitiv, ja! Ich bin fest der Überzeugung, dass es der – oder dass es meiner Jugend, es ist ja auch nach wie vor meine Jugend! – an guten Vorbildern mangelt! Was aber auch größtenteils daran liegt, ist, dass – ja, wie soll ich das sagen? … Also dadurch, dass die Welt so komplett miteinander vernetzt ist, sieht man halt immer wieder neue Gesichter: Ich glaub‘ tagtäglich bekommt man halt neue Gesichter zu Gesicht… und sich da irgendwo ein Vorbild heraus zu angeln, wenn man einfach so diese Möglichkeit hat, auszuwählen zwischen einer Millionen – keine Ahnung wie vielen Gesichtern? –, ist es einfach sehr, sehr schwierig… […]
Wenn ich streame, dann muss ich mit vollem Herz dabei sein und wenn nicht, dann nicht!

[E.:] Was läuft in unserer Gesellschaft eigentlich falsch?
[C. C.:] Ehm, okay, das kann man jetzt einfach aus der sozialen Ebene heraus sehen, oder aus der politischen Ebene… Du möchtest wahrscheinlich aus philosophischen Hintergründen auf die soziale Ebene heraus und zwar… Gut, was läuft in unserer Gesellschaft eigentlich falsch? Da muss ich gut drüber nachdenken, weil ich da auch nichts Falsches sagen möchte… Ich denke, dass speziell jetzt auf unsere Gesellschaft in Deutschland betrachtet das Problem einfach ist, dass unsere Gesellschaft erstmal viel zu oberflächlich ist! Das ist auf jeden Fall der erste Punkt: Man bekommt es immer mehr mit, dass gerade wir das Problem haben, dass Leute ihrem Neid ergeben sind, also das heißt, wenn du irgendwas machst, dann wirst du zunächst einmal verurteilt! Ehm, also zumindest die Oberflächlichkeit ist ein großes Problem in der Gesellschaft. Das zweite ist, dass viele […] Ich gehe jetzt erstmal nicht weiter auf die Frage ein, aber auf jeden Fall: Wenn du dich – ich bin immer kurz davor, Sie zu siezen – weil einfach das, das ist einfach dieser Respekt, der da in mir aufkommt, weil eben das sind so gute Fragen, wirklich… Und ich freue mich wirklich darüber, dass jemand so den Weg in meinen Stream gefunden hat, also wirklich: Großes Dankeschön dafür!

[E.:] Beutet sich der moderne Mensch selbst aus?
[C. C.:] Natürlich, klar! Ich meine, wir zerstören uns doch auch selber! Allein die Entwicklung der Atomwaffe damals, ist doch genau dasselbe… Wir beuten uns nicht nur selber aus, wir rotten uns letzten Endes auch selber aus! So behindert das auch eigentlich klingen mag, aber das ist auf jeden Fall meine Meinung dazu!

[E.:] Wie stellst du dir eine ideale Gesellschaft vor?
[C. C.:] Ich glaube, dass es keine ideale Gesellschaft gibt! Einfach – also gut – wenn wir jetzt von einer idealen Gesellschaft reden, dann ist es ja erstmal nur in dem Punkt, wie mein Gesichtspunkt oder meine Meinung dazu ist: Und ich glaube, dass eine ideale oder eine perfekte Gesellschaft gar nicht existieren kann, weil – ich mein‘ unser Politiksystem lebt ja auch aus Regierung und Koalitionen und allem Drum und Dran –, so wie das zusammengesetzt ist, ist das schon gut! Auch den Gedanken der Demokratie finde ich persönlich gut, und dass es einfach zwischen diesen Reihen immer auch Freigeister gibt, das macht das Ganze natürlich auch wieder umso interessanter und besser! Und ja, also ich denke, die ideale Gesellschaft gibt es einfach nicht und die sollte es auch nicht geben meiner Meinung nach!

[E.:] Sollte die Gesellschaft noch liberaler werden, oder sind wir jetzt schon zu tolerant?
[C. C.:] Auch wieder eine gute Frage! Sollte unsere Gesellschaft liberaler werden? Oder sind wir schon tolerant?… Also, ich denke in gewissen Dingen sind wir auf jeden Fall zu tolerant! Ehm, definitiv sind wir da zu tolerant, ja! Also liberaler würde ich sagen, sollten wir nicht werden, weil ich denke, eine zu lockere Hand gerade in der Regierungsführung sorgt auf jeden Fall dafür, dass die Dinge auch leichter mal eskalieren… Also zu tolerant sollten wir auf jeden Fall nicht werden und dementsprechend auch nicht zu liberal!

[E.:] Ist die Welt zu komplex geworden?
[C. C.:] Ehm, nee! Würde ich nicht sagen… Ich würde nicht sagen, dass die Welt zu komplex ist, also zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht: Aber sie wird von vielen auf jeden Fall so verstanden, als wäre sie zu komplex! Andererseits muss man auch sagen: Wäre sie nicht komplex, dann würden die Probleme, die wir zur Zeit haben, auch einfach nicht herrschen! Dementsprechend kann man daraus auch ableiten – oder leite ich daraus ab –, dass sie für manche Leute auf jeden Fall durchaus zu komplex ist! Aber ich denke, wenn man sich mit Hintergründen beschäftigt und hin und wieder – was auch sehr vernachlässigt wird! – von den Leuten, die ich kenne oder von der Jugend –, Nachrichten liest, dann versteht man die Welt auch einigermaßen… wobei man da auch ganz klar aufpassen muss – das ist ein wichtiges Anliegen von mir! – und zwar sind einfach so diese Medien meiner Meinung nach ausschlaggebend dafür, dass die Welt manchmal zu komplex dargestellt wird, weil einfach vieles verdreht wird und nicht immer die ganze Wahrheit gesagt wird in den Nachrichten und so weiter… (ein Chatteilnehmer schreibt: Sorry, dass ich das jetzt so sage, aber mich langweilen die Fragen!) Ja, Vanessa, ist kein Thema, ich will euch auch nicht langweilen, aber ich versuch’s auf jeden Fall bald unter einen Hut zu bekommen, nur ich find‘ die Fragen super interessant! Ich rede gerne über sowas, und in dem Sinne… Aber langweilen wollte ich euch nicht damit!

[E.:] Hast du für dich einen Grund zu leben, oder suchst du nur Gründe, es zu leben?
[C. C.:] Nein, natürlich hab‘ ich nen Grund zu leben! Ich glaube, diese Gründe hat jeder und die sind auch denk ich mal individuell unterschiedlich, also… Man braucht auch…, also meiner Meinung nach braucht man auf jeden [Fall] einen Grund zum leben. Ansonsten ist halt immer so diese ewige Frage…, ja, die Frage nach dem Nichts? So: Was erfüllt dich, wenn du keinen Grund hast, zu leben? […] Wobei… ich muss dazu auch sagen, dass – also Gründe würde ich jetzt in Form von Absichten etwas zusammenfassen. […]

[E.:] Ist der Livestream für dich ein Tor zur Welt, oder bist du mit dem Livestream in der Welt?
[C. C..] Es ist ein Tor zur Welt, weil du die Möglichkeit hast, durch den Livestream zu den Leuten zu sprechen. So wenn ich jetzt den Livestream mache, dann spreche ich zu den Leuten und kann ihnen halt dementsprechend meine Botschaft übermitteln in dem Sinne jetzt, die Antworten auf die Fragen, oder bei meinen Youtube-Videos, wenn ich irgendwas mache und die einen bestimmten Inhalt haben und ich eine bestimmte Aussagekraft damit ausdrücken möchte: Von daher ist es auf jeden Fall eher ein Tor zur Welt!

[E.:] Der Austausch mit anderen ist dir also wichtig?
[C. C.:] Der Austausch ist auf jeden Fall wichtig, klar: Ohne Austausch würde es nur noch mehr Missverständnisse geben!

[E.:] Wo siehst du dich in 10 Jahren?
[C. C.:] Das ist eine gute Frage! Das ist auch so diese typische Vorstellungsgesprächsfrage: Ich denke, dass der Weg erstmal das Ziel sein sollte, weil ich einfach in einer Phase stecke, wo ich noch nicht genau sagen kann, was in 10 Jahren sein wird, und zwar fange ich eine Ausbildung an, hab‘ letztes Jahr mein Abi hinter mich gebracht und man muss halt immer meiner Meinung nach kleine Schritte gehen, aber wenn man wirklich völlig aus dem Raster rausfällt und sich Gedanken macht: Wo will ich in 10 Jahren sein?… Ich denke, in 10 Jahren möchte ich glücklich sein! Das ist das Hauptziel, glücklich sein mit dem, was ich bis dahin gemacht hab‘ und glücklich in der Situation, was ich zu dem Zeitpunkt machen werde… Natürlich könnte ich jetzt auch sagen, ich wünsche mir, dass ich in 10 Jahren eine Familie habe, ein Kind, einen guten Job und so weiter, aber das sind so diese Sachen… das sind Wünsche! So. Das können aber keine Ziele sein! Und deswegen sage ich auch bewusst: Der Weg ist das Ziel! Also ja, um sich dann in 10 Jahren irgendwo rechtfertigen zu können!
[…] Immer noch Danke für die Fragen, weil das freut mich, dass solche Leute hier bei YouNow auch mal kommen und dass man über sowas reden kann, was ich auch persönlich sehr wichtig finde! Weil es wird heutzutage viel zu wenig über das Leben nachgedacht, oder über das Leben gesprochen!

[E.:] Was soll nach deinem Tod von dir in Erinnerung bleiben?
[C. C.:] Meine Glückseligkeit! Also, ich will irgendwann von der Welt gehen mit dem Gewissen – also wenn es jetzt natürlicher Tod sein sollte natürlich, weil auf den kann man sich vorbereiten –, auf den unverhofften Tod, also durch einen Unfall, oder wie auch immer, darauf kann man sich nämlich nicht vorbereiten! Jedenfalls wenn es ein natürlicher Tod sein sollte, dann sollte auf jeden Fall von mir in Erinnerung bleiben, dass… Ich möchte als eine Art Vorbild natürlich dienen: Wenn ich eine Familie hab, dann sollen die mich auf jeden Fall als Vorbild haben! So. Die sollen das, was ich geschafft hab‘ – und ich möchte Großes schaffen! – ich glaub‘ das ist im Sinne jedes jungen, hungrigen Mannes… dass man – ja, wie soll ich sagen? – ja, dass sie zumindest das anstreben, was ich hatte, also diesen Ehrgeiz entwickeln und sagen: Okay, weiß ich nicht… Ah, das ist eine schwierige Frage! Aber ich hab‘ auch wirklich große Angst vorm Tod, muss ich mal dazu sagen, also ich hab‘ glaub ich vor nichts so viel Angst, wie vorm Tod… Ehm, weil’s einfach auch eine Ungewissheit ist, aber ja… Jedenfalls meine Glückseligkeit und mein Ehrgeiz sollen in Erinnerung bleiben! […]
Also, sagen wir’s mal so: Ich möchte nicht, dass – wenn ich eines Tages nicht mehr sein sollte – dass über mich gesprochen wird, als wär‘ es besser, dass ich gestorben bin…

Und der Heiko sagt: „Wieso Angst vor Tod, das ist das Normalste im Leben?“

Ehm, sagen wir’s so: Ja, das ist das Normalste im Leben, man wird auch des Öfteren damit konfrontiert: Völlig normal, seh‘ ich auch so! Aber es ist halt eben die Ungewissheit: Was kommt nach dem Tod? Also dieser Weg zum Tod hin, wenn man denn wirklich – wie gesagt – auf natürlichem Weg stirbt, und sich einigermaßen darauf vorbereiten kann, wobei es auch blöd klingt: Man kann sich auf den Tod nicht vorbereiten! Aber es ist einfach diese Ungewissheit: Was kommt nach dem Tod, was passiert dann? Das ist das, was mir Angst macht, weil ich einfach auch jemand bin – was auch mit den persönlichen Eigenschaften zusammenhängt –, ich mag diese Ungewissheit einfach überhaupt nicht: Und das ist auch in anderen Lebenssituationen so! Ich mein‘, jetzt existier ich, jetzt habe ich alle Möglichkeiten, ich bin jung, mir stehen alle Türen offen, ich kann machen, was ich möchte sozusagen… Und nach dem Tod ist es eben nicht so, aber was kommt dann? Das weiß keiner von uns und auf diese Frage gibt es auch keine Antwort!

[E.:] Zumindest das Totsein selbst ist nichts Schlimmes…
[C. C.:] Kann ich nicht beurteilen und du könntest es theoretisch auch nicht beurteilen, weil du diese Erfahrung nicht gemacht hast! Das ist eine Erfahrung, die du dir vorstellst.

[E.:] Der Sterbeprozess kann beunruhigend sein.
[C. C.:] Das glaube ich durchaus, das glaube ich… doch, das kann ich mir durchaus vorstellen!

[E.:] Ist Selbsttötung unmoralisch, oder kann sie gerechtfertigt sein?
[C. C.:] Ehm, dazu hab‘ ich mal einen recht guten Artikel gelesen und zwar war das die Sterbehilfe – ich glaub‘ das war in Österreich – weil das war ein Deutscher, der in Österreich die Sterbehilfe in Anspruch nehmen wollte… Oder Sterbehilfe, war das in Österreich?! Ist das da erlaubt?! Ja, ne? Oder reden wir jetzt in Form von Selbsttötung über Suizid, oder über Sterbehilfe? Wobei, Selbsttötung, nee das ist Quatsch, das ist sowieso schon Widerspruch in sich selbst… Wir reden über Suizid, richtig?

[E.:] Ja.
[C. C.:] Ich denke, da wären wir… Suizid, ja genau. Bin ich ja auch grad schon von selber ganz gut drauf gekommen… Ehm, okay Suizid: Wir haben ja vorhin über die Freiheit gesprochen, das war ja so ziemlich der Beginn von unserem Gespräch… und ich denke: Natürlich ist es jedem Menschen frei überlassen, darüber zu entscheiden, ob er leben möchte, oder ob er nicht leben möchte. Allerdings muss man halt… auch so ein bisschen in Rücksichtsnahme darüber nachdenken, ob man sich für einen Prozess der Selbsttötung entscheidet, und zwar ist es ja doch so, dass zu meinem jetzigen Zeitpunkt… […] (Such‘ dir en Hobby, Alter! schreibt jemand im Chat) Ja, danke, JanWechsel, aber ich beantworte nur Fragen! Äh, ich hab‘ auf jeden Fall ein Hobby! Du auch, wie ich sehen kann, aber du bist trotzdem falsch auf meinem Broadcast, wenn du nach Hobbys suchst… Also, Suizid: Ehm. Ah, die Frage ist sehr komplex, ich möchte da auch gar nicht so eine große Antwort jetzt geben können! Da schreiben wir am besten nochmal drüber in einer Mail! Aber, ich denke auf jeden Fall: Klar, Selbsttötung kann gerechtfertigt sein, auf jeden Fall! Wenn wir schon vorhin über Freiheit redeten, ich habe gesagt, dass die Freiheit eben existiert und dass man da auch reingeboren wird. Dann hat man da auch auf jeden Fall die Freiheit, zu sagen, okay, ich begehe einen Selbstmord oder halt eben den Suizid! So. […] Wobei, es kommt auch immer ganz auf die Verhältnisse an, in was für Verhältnissen die Person lebt, die sich das Leben nimmt…

[E.:] Ja, das sind ernste Themen. Nicht jeder will darüber nachdenken.
[C. C.:] Ist doch so, sehe ich auch genauso!

[Ein anderer Chatteilnehmer schreibt:] Jeder sollte selbst entscheiden, ob er leben will, oder nicht. Wieso entscheiden Länder über ein Leben, das ihnen nicht gehört?
[C. C.:] Auch eine sehr gute Frage! Sehr, sehr gute Frage, Heiko! Danke, dass du diese Frage stellst! Ich denke, das hängt alles auch ein Stückweit mit der Ignoranz zusammen, weil ich meine, wenn man sich einmal Gedanken über den Begriff oder über die Begrifflichkeit und den Inhalt „Krieg“ macht, also: „Was ist Krieg eigentlich?“ Krieg ist eine politische Waffe, ganz einfach! Und wenn wir darüber reden, oder in der Form reden, wie du es tust, „Warum entscheiden Länder darüber?“, über Leben und Tod sag‘ ich mal, dann ist das Ignoranz dem Volk gegenüber, die die Regierung hat! […]
Also Sterbehilfe gibt es in Deutschland ja nicht, was ich eigentlich für schwachsinnig halte, weil auch das eine Sache ist, die durchaus – ja, ich will nicht sagen sinnvoll ist? –, aber schon erleichternd sein kann für einige Personen! […]
Ich find’s übrigens echt gut: Ich sehe grad, wie meine Zuschauerzahl runtergeht auf 6 Leute, aber ich muss in dem Sinne auch mal sagen, dass mir das zu diesem Zeitpunkt grade echt egal ist, weil ich hier grad echt gut unterhalten bin und es Spaß macht, auf diese Konversation einzugehen! […] Das war mit Abstand echt einer der besten Streams, die ich hatte! […]

[Frage eines anderen Chatteilnehmers:] Taugt dir dein Leben?
[C. C.:] Mein Leben taugt mir auf jeden Fall, ja! Und ich bin auch sehr glücklich zur Zeit und bin sehr zufrieden mit dem, was ich mache, weil das, was ich mache, auf jeden Fall Früchte … trägt, wie ich immer wieder merken kann und es doch auch irgendwie die kleinen Dinge sind, die mich freuen!

YouNow-Gespräch mit einer 17jährigen

Dieses Gespräch wurde am 5.3.2015 geführt

[Egregantius:] Was macht das Leben lebenswert?
Freunde, Familie, einfach wenn man glücklich ist! Das macht das Leben lebenswert, finde ich. (Trinkpause) Das Leben lebenswert macht einfach alles, das komplette Leben! Auch wenn man traurig ist, das gehört zum Leben dazu und das [Leben] ist auch eher lebenswert: Auf jeden Fall! […]

[E.:] Wer hat Gott eigentlich erschaffen, damit er Gott werden konnte?
Ich glaube nicht an Gott, das ist meine Theorie […] Ich denke […] eigentlich, dass alles sehr biologisch und alles mit dem Urknall und so [erklärbar ist]… Ich denke nur, weil man sich den Urknall nicht erklären kann (oder die Welt oder so), es gab einmal ein übermenschliches Wesen, das die Welt da hingestellt hat und danach kam die Biologie und es hat sich alles selbst entwickelt, das ist meine Auffassung der Welt. Aber wenn, dann finde ich den Buddhismus sehr cool, dieses ständige Kreisen von wegen „Du stirbst und wirst dann wiederbelebt“, genau: Erwachst dann wieder! […] Ich hoffe, ihr genießt mein philosophisches Gelaber! […] Natürlich, es gibt bei jeder Religion irgendwas […] wo man den Kopf schütteln kann, sodass die Buddhisten glaube ich daran glauben, wenn du behindert auf die Welt kommst, dann hast du in deinem vorherigen Leben was falsch gemacht… Aber ich finde halt eben die Gedankenweise, wie sie sich das erklärt haben, die Welt, find‘ ich halt eben richtig cool, dafür sind Religionen halt da, um sich die Welt zu erklären und nach Regeln zu leben.
[…] Für alle, die neu dazugekommen sind: Wir reden grad über Philosophie! Falls euch das nicht interessiert, könnt ihr mich anstarren…

[E.:] Ist der Mensch zur Freiheit verurteilt?
Wir sind nie richtig frei […], wir haben immer irgendjemanden, der uns irgendwas vorschreibt, sei es Eltern, seien es Freunde, einfach nur durch Gruppenzwang, oder sei es sonst was. Ich meine, wirklich frei sind wir nie und so schlimm ist es auch gar nicht, find‘ ich, solang‘ man seine Meinungsfreiheit hat, oder Pressefreiheit – also die wirklich wichtigen Dinge –, ist es nicht wirklich schlimm, sich bevormunden zu lassen. Ich hab‘ grad Kant zitiert, ja. Ähm, also das mit dem Vormündeln das hat er ja auch gesagt, deswegen. […]

[E.:] Was soll nach deinem Tod von dir in Erinnerung bleiben?
Eigentlich meine Haare, also mein ganzer Mensch, meine Person […]! Auf jeden Fall […] wie ich war, meine guten Taten, meine schlechten Taten, einfach so, dass man mich nicht vergisst! […] Aber ich fänd’s auch cool, wenn man wirklich sowas hat, dass man ein bisschen berühmt ist, dass die Leute, wenn sie wirklich – also nicht nur Freunde, sondern auch so Leute, die zum Beispiel dein Buch oder sowas gelesen haben – fänd‘ ich auch cool, wenn das von mir in Erinnerung bleibt! Wenn irgendwie in der Schule eine Klausur über mich geschrieben wird in Philosophie oder so, das fände ich richtig cool!

[E.:] Glaubst du, dass es etwas gibt, was die Welt im Innersten zusammenhält?
Der Wille! Der Wille, zu leben! Das fällt jedem eigentlich ein. Natürlich, es gibt ein paar Selbstmorde, ja, aber im Grunde entscheidet sich eigentlich das Selbstbewusstsein, also dieses Lebensgefühl! Dieser Wille zu leben schaltet sich eigentlich ein, sobald man einmal in Gefahr ist, oder sobald man kurz vorm Sterben ist, da schaltet sich wirklich der Wille ein, das hält eigentlich alles zusammen, die ganze Welt: Egal, wie verschieden die Menschen sind, eigentlich ist es so!

[E.:] Ist der Livestream für dich ein Tor zur Welt, oder bist du mit dem Livestream in der Welt?
Eher das zweite. Weil, ich bin ja sozusagen in der Welt und ihr seid sozusagen das Tor, also ihr seid – oder beides?! – also ihr seid halt eben… ihr könnt euch entscheiden, ob ihr durch das Tor des Livestreams geht und mich guckt und in bin mitten in der Welt! Und jeder kann mich hier betrachten. So sehe ich das. (gestikuliert mit der Hand: Ah, das Tor, das Tor!)

[E.:] Was läuft in unserer Gesellschaft eigentlich falsch?
In unserer Gesellschaft läuft viel falsch! […] Es läuft ziemlich viel falsch, vor allem, dass man einfach… diese fehlende Akzeptanz einfach nur von Leuten, die anders sind. Also alles was man nicht kennt, wird erst einmal direkt gehasst, verabscheut, abgelehnt bis es sich irgendwie eingetrudelt hat oder normal geworden ist, das ist halt eben das falsche. Auch dass man halt eben alles mitmacht, dass die Gesellschaft alles mitmacht, auch so modisch jeden Trend mitmacht, das alles – find‘ ich –, geht falsch… Aber ich wüsste auch nicht, wie man das ändern kann: Man kann den Leuten nicht einfach sagen: Akzeptiert das jetzt! Jeder hat noch ne eigene Meinung. Ja.

[E.:] Wie stellst du dir eine ideale Gesellschaft vor?
Eine ideale Gesellschaft? Ähm, viele Individuen auf jeden Fall, auch dass die akzeptiert werden, also wirklich heißt das [jetzt] nicht, dass jeder so rumlaufen muss wie ich, oder sich die Haare färben muss wie ich, sondern wirklich auch: Viele Individuen, alle werden akzeptiert, so wie sie sind, aber eben auch nicht, dass sie eben sagen, du musst mich akzeptieren, wenn ich jetzt hier in nem Haus einbreche! Ja, jeder soll einfach machen dürfen, was er will, solang‘ es halt eben zu den Gesetzen passt und nicht zu übertrieben ist! Ja, das wär‘ eben die perfekte Gesellschaft, also diese Akzeptanz wär mir eigentlich sehr, sehr wichtig, ei ja, und wenn eben jeder wirklich gleich behandelt werden würde! Also wie Kant schon sagt, dieses: Handel nach der Maxime, dass sie für dich eine Regel oder ein Gesetz darstellen könnte: Das find‘ ich super! Ich mag sogar Kant, der hat richtig viele gute Sachen gesagt! Ideale Sachen…
Was mich mal übrigens interessieren würde, wie stehst du – also der Philosoph – zu Utilitaristen? Weil ich mag die überhaupt nicht…

[E.:] Welcher Philosoph interessiert dich am meisten?
Bisher Kant. Ich find‘ den richtig cool! Und mich interessiert – okay, das sind jetzt nicht unbedingt Philosophen – die Einstellung der Solipsisten, also die denken ja, dass alles auf der Welt, oder was wir sehen, dass alles nur ne Täuschung ist: Ich meine, wenn ich so einen kennen würde, ich fände es richtig cool, mich mal mit dem zu unterhalten, wie er darauf kommt und so. Okay, der würde mich nicht wahrnehmen, also nicht für ernst, aber: Cogita esta sunt [Anm.: Cogito ergo sum ist gemeint], das find ich cool! Also ich denke, deshalb bin ich.
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[Frage eines anderen Chatteilnehmers:] Glaubst du an ein Leben nach dem Tod?
Ja, ich glaube an den Buddhismus: Dass man eben weiterlebt, das find‘ ich cool! Dieses Denken, dass man halt eben wiedergeboren wird find‘ ich ganz cool, ich find’s besser als im Christentum; sodass du […] in den Himmel kommst und deine Familie wiedersiehst: Wenn da wirklich jeder Mensch seine Familie wiedersieht, dann müsste der Himmel total überfüllt sein, […] sodass du da kaum Platz hast, weil so riesig ist die Welt jetzt auch nicht, dass du für jeden da Platz hast! […] Das Christentum ist irgendwie überhaupt nichts für mich.

[Frage eines anderen Chatteilnehmers:] Was ist der Sinn des Lebens?
Einfach leben.

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Gespräch vom 8. März

[E.:] Ist der Mensch vernunftbegabt?
Er ist vernunftbegabt, würde ich sagen! Jeder Mensch ist vernunftbegabt, wie Kant schon sagte: Er geht ja davon aus, dass Menschen Vernunft haben und ja, jeder nutzt seine Vernunft irgendwann… es ist dann immer die Frage der Moral, was manche Leute vernünftig halten, was nicht! … Da können Leute drüber streiten, ob man jetzt Vernunft benutzt, oder nicht… aber ja, ansonsten hat ein Mensch Vernunft!

[E.:] Hast du einen großen Traum?
Ich fänd’s cool, mit der Philosophie und dem Sport mein Geld zu verdienen! Keine Ahnung… aber nicht mal eben auf Lehramt, sondern wirklich was Eigenes, zum Beispiel Sport… keine Ahnung, bei McFit in irgendnem Sportstudio arbeiten… und gleichzeitig eben Philosophie machen und das fände ich eben richtig cool, dann wäre so mein größter Traum erfüllt, wenn man sich damit finanzieren könnte! […]

[E.:] Glaubst du, dass Tiefphasen im Nachgang erfüllend sein können?
Ja, ich finde, Tiefphasen gehören zum Leben dazu und man lernt daraus! Zum Beispiel, wie man es verhindert, in diese Tiefphasen zu kommen und deswegen gehören sie eigentlich dazu und die haben den Nachgang, dass man danach erfüllter ist und diesen Fehler nie wieder macht!

[E.:] Was hältst du von dem Satz „Das Begreifende im menschlichen Geist verwirrt sich deswegen so oft, weil es sich selbst begreifen will.“?
(Schmunzelt.) Der Satz ist cool! Der Satz ist… So, ihr hört auf zu schreiben, damit ich mir über den Satz Gedanken machen kann! […] Ich find’s cool… so wie man sich das bildlich vorstellt: Da oben sitzt ein Kleiner und denkt so: „Ja, was mach‘ ich hier?! Wer bin ich überhaupt?“ (Lacht.) Wie so ein Paranoider! Ne, ich find’s cool und ich finde, dass [es] stimmt! Wir begreifen alles um uns herum, aber uns selbst begreifen wir meistens nicht! […]

[E.:] Was ist Wahrheit?
Wahrheit ist… die Wahrheit kann sowohl Erkenntnis sein, also auch: Einfach nicht lügen, also immer das Richtige sagen, niemanden anlügen, was irgendwie klar ist… Ähm, ja. Die Wahrheit kann Erkenntnis sein, die Wahrheit kann einfach nur „Das Richtige sagen!“ sein… Ganz viel!

[E.:] Wozu ist das Böse gut?
Das Böse? … […] Das Böse ist eigentlich dazu gut, hm… ich weiß gar nicht, ob es überhaupt zu etwas gut ist! Also es gibt ja verschiedene Arten von Böse-sein, deswegen… dieses Schadenfreude [haben] ist ja auch böse, das dient ja eigentlich nur einem selbst… dass man sich selbst besser fühlt und dass man dann eben über andere lacht und man sich halt eben denkt: Gut, dass mir das nicht passiert ist! Also, sozusagen, zur Selbstbelustigung ist das gut… Dann gibt es eben noch dieses pure Böse, da will man anderen einfach nur schaden, also: [Das] Böse dient eigentlich immer nur dazu, sich selbst besser zu fühlen, oder sich selbst – wie drückt man das aus?! – in ein besseres Licht zu rücken, oder halt eben einfach nur sich selbst zu bereichern, zu belustigen… jo.

[Ein Chatteilnehmer schreibt?] Das Böse ist dazu gut, es dem Guten schwer zu machen.
Ja, eigentlich schon! Oder du kannst auch böse und gut sein: Du kannst böse zu deinen Feinden sein und gut zu deinen Freunden! Und da machst du es ja keinem von beiden schwer! Und ich mein‘, du kannst auch böse sein und das hindert dich ja nicht daran, an diesem [oder jenem] Tag gut zu einer Person zu sein… Das ist pure Philosophie, Justin! (Lacht.) Also es [das Böse] ist nur dazu da, um sich selbst zu bereichern, würde ich jetzt mal so sagen!

[E.:] Von Plotin gibt es in diesem Zusammenhang den Satz: „Hat ja doch die Schlechtigkeit selbst manches Nützliche und bringt auch viel Schönes hervor, z.B. alle Kunst-Schönheit, und regt zum Denken an, indem sie nicht in Trägheit schlafen lässt.“                                                                                                                                                          Plotin hat Recht, da stimme ich ihm zu! […] Ja, okay: Wer böse ist, muss auch was planen können… Ja, aber es ist ja eigentlich nichts Gutes, also wahrscheinlich sieht er ja die Trägheit als etwas Schlechtes an, darüber lässt sich auch wieder streiten! Immer dieses: Dass Philosophen etwas annehmen, ohne es zu erklären, oder was ein anderer… Das stört mich an Philosophen, dass die meistens sagen – zum Beispiel Kant – ja, die Vernunft ist da, jeder Mensch ist vernünftig! Und da kann man ja auch drüber streiten: Das heißt, er nimmt es einfach so an! Das ärgert mich ein bisschen an fast allen Philosophen, weil die das fast alle nicht erklären und von Anfang an feststellen: So, das ist so! Punkt.

[Frage eines anderen Chatteilnehmers?] Was drückt der Glaube eines Menschen aus?
Er drückt aus, wie ein Mensch sich die Welt erklärt: Also je nachdem, wie stark einer nach einem Glauben handelt, zum Beispiel nach Gott… Wenn jemand richtig streng christlich ist, dann stellt er sich so die Welt vor! Also es zeigt einfach nur, wie er sich die Welt vorstellt: Dass Gott alles errichtet hat, wer daran glaubt… wenn er die Evolutionstheorie einfach so abstempelt… Ähm, ja. Aber es sagt halt eben nichts über seinen Charakter aus, außer dass er vielleicht irgendwie irgendwas sagt wie: Ja, Gott will nicht, dass wir rauchen! […] Ja, aber eben, wenn die Religion was sagt: Lebe danach! Aber jeder hat eben immer auch einen eigenen Charakter! Ich glaube es nicht, dass er komplett irgendwie – übertriebenes Beispiel: er will pinke Haare haben und macht es nicht, weil seine Religion das verbietet –, also dann wären die wirklich streng gläubig, dass es in den Charakter übergeht, aber ansonsten wär‘ das eigentlich nichts Schlimmes, solange du mich damit in Ruhe lässt, weil ich bin eigentlich nicht gläubig… Und ich hab‘ ja im letzten Stream herausgefunden, dass Buddhismus eine Lehre ist und keine Religion!

[E.:] Ist dein Leben vorherbestimmt?
Vorherbestimmt im Sinne von: Jemand hat wirklich entschieden, dass ich auf die Welt komme? Ja. Das sind meine Eltern und wie ich lebe entscheiden sie zum größten Teil einfach auch wegen Erziehung und so! Auch vorherbestimmt im Sinne von: Da oben sitzt jetzt jemand, so wie bei Sims und schreibt mir vor: Du machst jetzt das und das! … Das glaube ich eher nicht!

[E.:] Nehmen Menschen eine Problemverschiebung vor, wenn sie sich auf Gott berufen und davon ausgehen, dass er alles richten wird?
Wenn Leute sich wirklich auf Gott berufen und davon ausgehen, dass er alles richten wird, dann vertrauen sie eben immer auf Gott: Dann würden sie auch nicht, sobald sie ein Problem haben, erst an Gott denken, sondern haben das schon vorher gemacht und deshalb werden sie die ganze Zeit [so] denken! Also nee, glaube ich eher nicht! Entweder sie haben ein Problem und verschieben es nicht, oder sie haben ein Problem und denken von Anfang an [an] Gott und dass er das alles richten wird!

[E.:] Beutet der moderne Mensch sich selbst aus?
Eigentlich schon… also jetzt mal nicht… aber im Sinne [von] auf die Natur bezogen, beutet er auch seine Natur aus und irgendwann schlägt auch die [eigene?] Waffe in die Natur zurück [?] und beutet somit die Menschen aus! Also theoretisch beutet er sich eigentlich selbst aus, ja! Auch mit – keine Ahnung – ich sag‘ jetzt mal ein Chef von Mäcces beutet ja auch seine Mitarbeiter aus und die werden sich auch irgendwann rächen, glaube ich! […]

[E.:] Kann es beruhigend sein, wenn man darum weiß, dass man sich theoretisch jederzeit selbst töten kann?
Ja, eigentlich schon. Also mir ist es eigentlich egal, weil ich es nicht vorhabe, aber ich würde sagen, bei so Menschen, die wirklich an Depressionen leiden (Unterbrechung) … Noch ganz kurz: Theoretisch für depressive Leute ist es eigentlich ganz gut, weil die sagen ja: […] Ja, theoretisch kann ich immer den Stecker ziehen, aber für mich hat’s eigentlich gar keine Bedeutung, weil ich hab‘ nicht vor, mich selbst umzubringen, also finde ich es auch weder beruhigend, noch unberuhigend! …

Garantierte Expektorationen (II)

[1] Worüber man nicht lachen kann, darüber wird sich ausgeschwiegen.

[2] Wenn ich Glück habe, werde ich nur an den Folgen meiner Geburt sterben.

[3] Der Tag wird kommen, an dem der Tod aus einem mit aller Gewalt herausbrechen wird.

[4] Und doch steht einem jeden Menschen der Tod ins Gesicht geschrieben.

[5] Wenn wir ins Nichts übergehen, haben wir keinen Weg mehr vor uns.

[6] Der Tod ist eine runde Sache.

[7] Unzählige sind noch einmal mit dem Tod davongekommen.

[8] Wie viel Weisheit verträgt der noch lebensfähige Mensch?

[9] Es ergibt zwar keinen Sinn, aber man kann es zumindest auseinandersetzen.

[10] Man muss sein Leben hier irgendwie zubringen, obwohl es nichts zu holen gibt.

Ein spontaner Twitter-Dialog mit Philip Ohnruh über das Nichts


Die platonischen Dialoge – war das nicht auch eine Art Chatten?
(Gregor Brand via Twitter am 22.8.2010)

Ausgangspunkt dieses Chats mit Philip Ohnruh @philosoph_de vom 25.11.2013 ist das Zitat «Der Weise aber blickt fest und freudig dem absoluten Nichts ins Auge.» von Philipp Mainländer (Philosophie der Erlösung I, S. 358)



[Philip:] Das Nichts ist die gähnende Sinnlosigkeit. Sollte sich der Weise nicht mit sinnvolleren Dingen beschäftigen?

[Egregantius:] Dem Weisen eröffnet sich durch den festen Blick ins Nichts zuallererst, dass „Sinn“ immer zugeschrieben wird.

[Philip:] Braucht er dafür den Blickkontakt zum Nichts? Die Beschaffenheit von Zuschreibungen könnte doch reichen?

[Egregantius:] Nein, das Nichts muss im Blick bleiben. Zuschreibungen werden als solche nicht erkannt, wenn dahingelebt wird.

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[Philip:] Wir haben so viele Gründe, wozu dann noch der Abgrund?

[Egregantius:] Gründe werden immer dann brüchig, wenn der Abgrund sich eröffnet. Und wer viele Gründe hat, lebt nicht tief.

[Philip:] Wer aber viele gute Gründe kennt, dem sind alle Gründe brüchig (Entwurf), auch ohne Abgrund.

[Egregantius:] Die Gründe werden darum nur beliebig wählbar. Erst durch den Einriss des Abgrunds wird der Blick aufmerksam.

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[Philip:] Hat Heidegger an die „Eigentlichkeit“ geglaubt? Konnte er das „Man“ überwinden? War der Blick je ungetrübt?

[Egregantius:] Heidegger war sich über das „Man“ im Klaren, ob er es überwinden konnte, ist eine andere Frage.

[Philip:] Eben daran sieht „man“ schön, in welcher Entfernung eigentlich das „Nichts“ liegt…

[Egregantius:] Wer das „Nichts“ von sich fernhalten muss und nicht an sich heranlassen kann, wird im „Man“ verhaftet bleiben.

[Philip:] Das ginge auch andersrum: Wer das „Man“ von sich fernhält, wird dem „Nichts“ verhaftet bleiben?

[Egregantius:] Man kann dem Nichts nicht verhaftet bleiben, weil man dem Man immerfort ausgesetzt ist, ob man will oder nicht.

[Philip:] Klar kann man, im Tod, denn nichts anderes verbirgt sich hinter dem „Nichts“… kennst du es denn, das Nichts?

[Egregantius:] „Man“ kann nicht, im Tod gibt es weder Man noch Eigentlichkeit. Das Nichts ist kaum greifbar, aber ergreifend.

[Philip:] Wenn „Nichts“ wirklich „nichts“ sein soll, dann ist es prinzipiell ungreifbar. Und inwiefern ergreifend?

[Egregantius:] „Nichts“ kann dich umfangen, aber es ist in seiner Tragweite nicht greifbar, weil wir keinen Anteil daran haben.

[Philip:] Was du schreibst, klingt nach Meditation, kontemplativer Versenkung… praktizierst du das?

[Egregantius:] Meditation habe ich noch nie bewusst praktiziert. Aber eine kontemplative Versenkung ist mir wohl zu eigen.

[Philip:] Sehr spannend! Kontemplative Versenkung ist sehr sinn-voll, finde ich. Nur Sinn ist Etwas und nicht Nichts.

[Egregantius:] Wir können uns vielleicht darauf gütlich einigen, dass Sinn etwas mehr als „Nichts“ ist?

[Philip:] Absolut. Ich danke dir für das tolle Gespräch! Hoffentlich folgen noch viele weitere!

[Egregantius:] Ich bin immer offen für philosophische Diskussionen.