Egregantius

Tag: Nichts

Perhorreszierende Perzeptionen (XI)

[1] Lakonik: Kurz und herzlos.

[2] Warum ist man um alles in der Welt ausgerechnet sich verfallen?

[3] Man ist zwangsläufig auch das, was man gerne in sich gesehen hätte.

[4] Der Eifer ist dann am größten, wenn er keine rationale Grundlage hat.

[5] Melancholie ist der Nektar der Lebensphilosophie.

[6] Die Vergangenheit ist urwüchsig.

[7] Wer nichts mehr zu verlieren hat, kann sich wiederfinden.

[8] Er staunte zwar nicht schlecht, aber wohlgefällig.

[9] Eines Tages werden wir vielleicht offenen Auges zusehen müssen, worauf wir es abgesehen hatten.

[10] Alles wird für Nichts getan.

Garantierte Expektorationen (XXVII)

[1] Ich sehe mich immer wieder dazu gezwungen, meine Freiheit in Anspruch zu nehmen.

[2] Ein Philosoph ist selbst in seiner Isolation gemeinnützig organisiert.

[3] Wer sich selbst entgegenkommt, lebt gefährlich, weil er von sich überrumpelt werden könnte.

[4] Alles war schon einmal da.
Nur das Nichts bleibt, wie es immer war.

[5] Der selbstsichere Philosoph: Das Unding an sich.

[6] Über lesenswerte Bücher muss man erst stolpern, weil sie nicht mehr gelesen werden, oder überhaupt noch von niemandem gelesen wurden.

[7] Was man von sich gibt, darf nicht einfach so dahergesagt sein!

[8] Die meisten sind Universalbelehrte.

[9] Wer sich einmal voll und ganz auf sich eingelassen hat, wird nichts mehr zu verlieren haben.

[10] Die Verlegenheit des Philosophen hat ihren Grund darin, dass dieser sich grundsätzlich in Frage zu stellen hat.

Garantierte Expektorationen (XXIII)

[1] Das untergründige Denken durchforstet das gründende Denken erbarmungslos.

[2] Organisation, die den Organismus nachzuahmen sucht.

[3] Philosophen kommen in unserer Zeit kaum mehr zu ihrer eigentlichen Arbeit, weil sie zunächst all die Hiobsbotschaften aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft einigermaßen verkraften müssen.

[4] Philosophen kultivieren ihren Wahn in aller Ruhe.

[5] Man muss sein Leid immer wieder herausarbeiten, um es für gewisse Zeit von sich lösen und somit auf Abstand halten zu können.

[6] Der Intellektuelle hat gute Gründe, so zu denken, wie er denkt.

[7] Der durchdringende Blick des Denkers ist immer gnadenlos, ungescheut, erbarmungslos.

[8] Unter-gang impliziert noch, dass es schon irgendwie weitergehen wird.

[9] Man muss sich solange verausgaben, bis man ein Nichts mehr ist.

[10] Bevor mein Körper mich endgültig ausschalten wird, ist noch das eine oder andere zu tun. (siehe Tweet vom 24.5.2015)

Garantierte Expektorationen (XXII)

[1] Der Spaß vergeht einem schnell, wenn man auch nur über ein wenig Geist verfügt.

[2] Selbstmitleid ist eine Naivität, denn im Grunde müsste man Mitleid mit allen haben.

[3] Der einsamste Bettler, der sich irgendwie durchzuschlagen weiß, weiß mehr über die Natur und den Kosmos, als jeder Zivilisationsmensch. (Tweet vom 18.4.2015)

[4] Zu Nichts wird man sich immer wieder durchringen.

[5] Es gibt Probleme, die sich nur mit harter körperlicher Arbeit auflösen lassen.

[6] Dem echten Philosophen bleibt in unserer modernen Gesellschaft keine Wahl, er hat zu verschwinden!

[7] Wenn ein Verlag mit seinen vielen glücklichen Autoren wirbt, wird im Grunde ja doch nur mit der Bereitstellung einer glückversprechenden Legebatterie geworben.

[8] Wer denkt, kann sich seine Qualen zumindest selbst bereiten.

[9] Ist man deswegen schon ein Psychopath, weil man Psychopathen in gewisser Weise verstehen kann?

[10] Philosophen wissen leider zu viel, um glücklich sein zu können.

Garantierte Expektorationen (XX)

[1] Was mich antreibt, werde ich nicht aus mir herauswinden können.

[2] Was ich von mir loslösen muss, um mir gerecht zu bleiben, ist aus dem inneren Kampf überhaupt erst hervorgegangen.

[3] Wer wäre denn so beschränkt, allen Ernstes den Frieden mit sich selbst schließen zu wollen?

[4] Künstler werden oft nur aus einem ideal vollzogenen Lebenswandel ihre Lebenskraft zu schöpfen wissen.

[5] Alles funktioniert nur dann glatt, reibungslos und einwandfrei, wenn sich niemand mehr etwas dabei denken will.

[6] Die Erfindung des Rads muss immer wieder neu verwunden werden.

[7] Zum Vergleich muss das Nichts immer miteinbezogen sein.

[8] Spreng-Sätze werden die Aufklärung mit sofortiger Wirkung herbeiführen.

[9] Menschenmögliches, das getan wird, ist oft genug einfach nur eine Unmöglichkeit.

[10] Was ich weiß: Menschen werden im Neoliberalismus verheizt.
Was ich außerdem weiß: Menschen lassen sich verheizen.

Garantierte Expektorationen (XVIII)

[1] Von Nichts rührt im Großen und Ganzen alles her.

[2] Ein tiefgründiger Mensch wird sein Schweigen immer wieder neu lernen.

[3] Die Gefahr des eigenständigen Denkens besteht darin, dass dessen Folgen und Wirkungen kaum abzuschätzen sind.

[4] Wir sehen uns offenen Auges beim gegenseitigen Sterben zu.

[5] Über Bücher, die mir in denkerischer Hinsicht unzugänglich waren oder sind, habe ich immerhin einen Zugang zu mir und meinem eigenen Denken finden können.

[6] Aus einem guten Satz lässt sich das Wesentliche immer herauslesen. Auch dann, wenn es ungenannt bleibt.

[7] Mit Müh‘ und Not treffen wir die Vorkehrungen für unseren bevorstehenden Tod.

[8] Ich weiß selbst am allerwenigsten, was man von mir halten soll.

[9] Der Sterbevorgang wird wohl das einschneidendste Erlebnis meines Lebens sein.

[10] Um meine inadäquate Ausdrucksweise bin ich nach wie vor sehr bekümmert.

Garantierte Expektorationen (XIV)

[1] Wenn der kalte Schweiß ausbricht, ist der Nährboden für das Denken bereitet.

[2] Ein Mensch, der nur todernst auftreten kann, bietet in unserer verharmlosten Zeit bereits genug Irritationspotenzial.

[3] Nichts bleibt sich gleich und die Lebensspanne eines Menschen darunter vernachlässigbar. Nichts ist eben immer schon weit gefasst.

[4] Wenn wir die Freiheit hätten, käme es uns nur noch auf unsere Freiheit an. Plötzlich wären wir unfrei.

[5] Das Hauptaugenmerk ist auf lange Sicht immer zu kurzsichtig.

[6] Im digitalen Zeitalter steht zumindest fest, dass die Idiotie der Masse nicht weiter geleugnet werden kann.

[7] Wer nicht lebt, hat sein Glück zu seinem Glück nicht zu suchen.

[8] Ein geschliffener Aphorismus wird zunächst am eigenen Leib erfahrbar.

[9] Man will in seinem Leben viel erreichen: Der Tod wird sich glücklicherweise noch von selbst ergeben.

[10] Aufmunternde Aphorismen können nur Wunschträume von Belanglosen sein.

Garantierte Expektorationen (XIII)

[1] Nur was mir zugehörig bleibt, wird mich auch grundlegend fassbar machen.

[2] Philosophische Sätze stellen offene Wunden dar.

[3] Um frei tun zu können, was wir wollen, sollten wir Abstand von der Freiheit nehmen.

[4] Ich müsste mich selbst überwuchern, wollte ich die Eigentümlichkeit meines Wesens nachvollziehen.

[5] Man lebt, wie ein jeder Mensch leben muss, kann dabei allerdings über Dinge nachdenken, die den Wenigsten einfach so in den Sinn kommen würden.

[6] Seitdem er weiß, wie wenig er doch wissen kann, ist er von seinem neuen Wissen ganz hin- und weggerissen!

[7] Ich will mich nicht beschweren und wäre aber auch ungern erleichtert, denn nur so kommt etwas zum Tragen, was mir eigen ist und von mir auch weitergegeben werden kann.

[8] Die meisten wollen sich nicht berücken lassen, sondern nur verzückt sein.

[9] Wenn nicht alles schiefgeht, werde ich es zu Nichts ja wohl noch bringen können!

[10] Da augenscheinlich jeder Philosoph sein kann, stellt es noch lange keine Leistung dar, Philosoph zu sein.

Garantierte Expektorationen (X)

[1] Das Wissen um meine Unfertigkeit erfüllt mich ganz.

[2] Wer mich überhaupt nur verstehen will, wird etwas Wesentliches bereits verstanden haben, ohne mich wirklich verstehen zu müssen.

[3] Alles geht seinen gewohnten Gang, so lange, bis er noch natürlich scheint, obwohl er längst nicht mehr natürlich ist. (siehe Tweet von 2.3.2014)

[4] Was man in einem anderen Menschen zu sehen glaubt, verklärt sich oftmals ganz von selbst.

[5] Aus mir löst sich immer Nichts in Etwas auf. Was hierbei zustande kommt, wird sich zu einem gelegeneren Zeitpunkt wieder auflösen lassen.

[6] Was festgestellt wurde, wird selten zur Aufbereitung bewahrt, sondern lieber gleich eingebracht, also pulverisiert.

[7] Opportunismus ist Kapitulation vor einer Möglichkeit der Satisfaktion durch Eigentümlichkeit.

[8] Wenn jemand mit der eigenen Selbstzufriedenheit hausieren geht, dann rückt er gut und gerne mit seinem „Content“ heraus.

[9] Man will es dem Geistesaristokraten doch nicht etwa zum Vorwurf machen, dass sich dieser nur mit wenigen sorgsam Auserlesenen überhaupt umgeben kann?

[10] Was sich so alles aus einem Text herauslesen lässt, gibt dem präformierten Leser auch noch den Rest.

Garantierte Expektorationen (II)

[1] Worüber man nicht lachen kann, darüber wird sich ausgeschwiegen.

[2] Wenn ich Glück habe, werde ich nur an den Folgen meiner Geburt sterben.

[3] Der Tag wird kommen, an dem der Tod aus einem mit aller Gewalt herausbrechen wird.

[4] Und doch steht einem jeden Menschen der Tod ins Gesicht geschrieben.

[5] Wenn wir ins Nichts übergehen, haben wir keinen Weg mehr vor uns.

[6] Der Tod ist eine runde Sache.

[7] Unzählige sind noch einmal mit dem Tod davongekommen.

[8] Wie viel Weisheit verträgt der noch lebensfähige Mensch?

[9] Es ergibt zwar keinen Sinn, aber man kann es zumindest auseinandersetzen.

[10] Man muss sein Leben hier irgendwie zubringen, obwohl es nichts zu holen gibt.