Egregantius

Monat: April, 2021

Perhorreszierende Perzeptionen (XVIII)

[1] Dahingesagt wird vieles, aber das Wenigste davon wirklich abgefragt.

[2] Wie zugestellt sind eigentlich unsere Vorstellungen?

[3] Der überbordende fragmentierte Unsinn, dem wir uns täglich ausgesetzt sehen, verunmöglicht nahezu die bewusste Annahme eines gangbaren modus vivendi.

[4] Was einen nicht aufreibt, lässt einen im schlimmsten Fall stumpfsinnig bleiben.

[5] Einfach gestrickte Menschen haben natürlich Struktur, weil sie zu allen möglichen Dingen instruiert werden können.

[6] Die meisten haben offenbar vergessen, dass man sie getrost vergessen kann.

[7] Einigen muss einmal Luft gemacht werden, damit sie nicht länger Gefahr laufen, an sich zu ersticken.

[8] Die panische Angst vor Bedeutungslosigkeit führt zu allen möglichen Zuschreibungen von Bedeutung.

[9] Wahrhaft verachten kann nur, wer sein Selbst achten kann, mithin also genau genug kennt, um zu wissen, welches Handeln unter gegebenen Umständen Achtung gebietet oder Verachtung verdient.

[10] Sklavenseelen ist nichts zu vergeben.

Perhorreszierende Perzeptionen (XVII)

[1] Herausgeputzt: Ist das Kunst, oder war das Dreck?

[2] Nur wenn Wert auf sie gelegt wird, können Wortschätze gehoben werden.

[3] Schopenhauerianisch gesprochen: Mit jeder neuen Geburt stülpt sich Wille Materie über, bzw. verleibt sich diese ein.

[4] Er täuschte seinen Tod vor. Es würde ihm so passen, noch einmal mit dem Tod davonzukommen.

[5] „Ich habe mein Leben gelebt. Seht mir dabei zu, ihr Narren!“ ist die unausgesprochene Attitüde vieler Autobiographen. „So bedecke doch deine Blöße!“ ist man versucht, ihnen nachzusagen.

[6] Wenige beherrschen die Kunst des Zitierens. Daher wird vieles nahezu unverdaut in abschätziger oder besserwisserischer Weise ausgespuckt.

[7] Glückliche Fügung: Der vermeintliche Hilfeschrei des sogenannten „Arbeitsmarktes“ hat so manchen anderweitig Beschäftigten weder erreichen, noch treffen können.

[8] Tagsüber belächelt man die Gedanken, die einen nachts noch bedeutungsschwanger überfallen können.

[9] Die Philosophie als unveräußerliches Angebot verspricht nichts. Diese Reizlosigkeit macht ihren besonderen Reiz aus.

[10] Es irrlichtert der Mensch, solange er ist er verwirrt und die Schlaflosen bedrängen mit Vorliebe alle Ausgeschlafenen, endlich aufzuwachen.