Garantierte Expektorationen (XVI)

von Egregantius

[1] Die vernetzte Menschenmasse wird in ihrer allgemeinen Versumpfung immer undurchdringlicher.

[2] Nicht wenige haben sich erst mit einem Pseudonym einen Namen gemacht.

[3] Seitdem ich mir selbst nicht mehr auf die Schliche gehe, bin ich kaum noch entsetzt von mir, könnte also fast schon im Reinen mit mir sein, wenn ich nicht darum wüsste, dass ich mich nur fortlaufend selbst betrüge.

[4] Der Durchschnittsmensch mit seinen Lüstchen für den Tag und seinen Lüstchen für die Nacht hat keinen Begriff davon, dass er von einem denkenden Menschen kaum ausgehalten werden kann.

[5] Einschneidende Erlebnisse sorgen dafür, dass man Substanzielles von sich wiedererhält.

[6] Wenn ein Mensch stirbt, machen sich viele seiner Nächsten zum ersten und letzten Mal in ihrem Leben ein Bild von ihm.

[7] Nonkonformismus: Alle wollen so anders wie alle anderen sein.

[8] Der Durchschnittsmensch glaubt einfach das, was ihm nützt und womit er ganz gut leben kann.

[9] Wie man grundlegende Vokabeln immer wieder durchgehen und wiederholen muss, um überhaupt etwas verstehen zu können, so muss man auch im Laufe seines Lebens dahin gelangen, mit einigen auserlesenen philosophischen Werken sein Auskommen zu finden.

[10] Seitdem ich mir wesentliche Fragen zu stellen weiß, ist es in meinem Geist geräumiger geworden.

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