Egregantius

Monat: April, 2014

Gott zum Gruße!

Könnte man das Leben ertragen, wenn einem die Möglichkeit verwehrt bliebe, den Schöpfer in jedem Augenblick für seine verfehlte Schöpfung niedermachen zu können, ihn zur Rechenschaft für sein misslungenes Machwerk ziehen zu dürfen und ihn zu demütigen, ohne sich irgendeiner Schuld bewusst sein zu müssen? Schließlich ist es das einfachste von der Welt, den Frevel mit der Mutmaßung zu entschuldigen, dass ketzerische Äußerungen letzten Endes ja doch nur gottgewollt sein können.

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Ein Notat aus meinem neuesten Aphorismenband „Tradierte Aberrationen“

„Der Philosoph vernimmt aus seiner angereicherten Essenz heraus das Ihm-Eigene und gibt im Austausch lediglich das weiter, was er nicht weiter für sich behalten kann. Es handelt sich hierbei also um Bruchteile seines Wesens, die zuvor noch in ihm beschlossen lagen und nun frei heraus zum weiteren Austausch erschlossen wurden.“ (Tradierte Aberrationen, Engelsdorfer Verlag, [2014], S. 42)