Warum dieser/dieses Blog?

von Egregantius

Ich vermisse etwas. Ist es nicht vermessen, etwas zu vermissen, das nur in idealer Hinsicht gedacht werden kann? Wenn es also keinen Grund dafür gibt, es irgendjemandem übel zu nehmen, dass etwas Ureigenes nicht ausgefüllt, also vermisst wird? Dies soll keine Anklage sein, die mit Recht auch niemanden interessieren würde: Man glaubt heutzutage, dass Man sich interessieren sollte – Aber nur für Einen [sic!] selbst! Eine Regung bei Facebook, Twitter, etc. – Thumbs up! Der Inhalt interessiert nicht, aber das Interesse, auch wenn es uninteressant ist. Was sind wir denn geworden? Verkapselte Monaden, die durch Fenster bestaunt werden wollen, ohne selbst einmal einen tieferen Blick in die Außenwelt zu werfen – und dabei vielleicht etwas einzufangen, was man zur intellektuellen Betrachtung und Reflexion heranziehen könnte. Gewiss, Man sieht, schaut und hört. Man schnappt auf, betreibt Smalltalk und konsumiert Filme, Bücher und Videos. Doch wozu tut Man das? Um mitreden zu können, um auf dem Laufenden zu sein. Man interessiert sich für politische Themen, wer tut das heutzutage nicht? Wer hat keine Meinung zur Bundesregierung, der Eurokrise oder dem Bundeswehr-Einsatz in Afghanistan? Doch wo bleibt Man selbst? Wer ist Man selbst? Das ist die Frage nach der Eigentlichkeit, dem Sinn vom Sein des Daseins. Ich werde ihr in Zukunft nachgehen, unter anderem auf Heideggers Holzwegen.

Holz lautet ein alter Name für Wald. Im Holz sind Wege, die meist verwachsen jäh im Unbegangenen aufhören. Sie heißen Holzwege. Jeder verläuft gesondert, aber im selben Wald. Oft scheint es, als gleiche einer dem anderen. Doch es scheint nur so. Holzmacher und Waldhüter kennen die Wege. Sie wissen, was es heißt, auf einem Holzweg zu sein.

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